Silvester-Angst besiegt?

Nikki war überhaupt nicht geräuschempfindlich und hatte bombenfeste Nerven, was ich sehr bewunderte. So mit drei Jahren bemerkte ich, dass er aufmerksamer wurde, wenn es knallte, und Silvester machten ihm die Lichter am Himmel Angst. Zunächst wuffte er nur und schaute, das kommende Jahr wurde er leicht panisch, er hechelte, wollte sich verstecken, war nicht ansprechbar. Gleichzeitig hatten wir ein unangenehmes Erlebnis mit mehreren Explosionen beim Spaziergang, die selbst mir Angst einjagten, nachdem hier in der Nachbarschaft ein Haus bei einer Gasexplosion explodiert war, und diese Explosionen waren heftiger. Ich dachte erst einmal an den nahegelegenen Flughafen…
Dann hörte ich von Freunden in England und Australien, die mit der Gabe von Melatonin hervorragende Erfolge bei geräusch-und gewitterpanischen Hunden erzielten. Aber Melatonin kann man in Deutschland nicht kaufen. Es gibt wohl eine homöopathische Variante. Ich rief bei der Firma an und wurde vom Chef selbst beraten. Er hatte keine Erfahrung mit seinem Präparat in diesem Zusammenhang, konnte sich das auch nicht gut vorstellen und meinte, erst müsse die Angst behandelt werden, dann könnte vielleicht das hom. Melatonin positiv wirken, aber auch nur vielleicht. Er empfahl mir, es mit Phosphorus C30 einmal die Woche zu versuchen. Ich bemerkte schon recht schnell eine Besserung bei heftigen Donnerschlägen, aber wenn wir im Wald spazieren gehen und es wird geschossen, verleidet es ihm die Freude am Spiel. Nun stand Silvester an, das wieder einmal überraschen über uns hereingebrochen war, und ich fing erst drei Wochen vorher mit meinen Tablettchen an. Und was soll ich sagen: Nikki nahm die Böller und die Lichter ganz gelassen hin, fraß kurz vor 12 noch 4 Hühnerflügel, aber um 12, als hier ringsum wirklich die großen Böller los gingen, fing er an zu hecheln, suchte Schutz in der hintersten Ecke, war aber weiterhin ansprechbar. Mit dem Ende de Knallerei war dann auch bei ihm Ruhe, und er konnte entspannt schlafen. Heute morgen die ersten Böller hat er mit einem kurzen Wuff begrüßt, das wars. Ich bin total begeistert. Ob nun diese wenigen Tablettchen so viel bewirkt haben, oder ob er auch ohne sie einfach besser mit den Dingen umzugehen gelernt hat, kann ich natürlich nicht sagen. Ich denke aber, es ist eine Überlegung wert und ich würde mich über Kommentare freuen.
Eva-Maria Krämer

6 Kommentare

  1. Hallo zusammen,
    ob dieses Forum noch “lebendig” ist, weiß ich nicht – ich versuche trotzdem, eine Nachricht für Ellen Herbold zu hinterlassen, denn ich habe in der Sache einen Tipp für Sie .
    Vielleicht mag Frau Herbold mich einmal in Oldenburg kontaktieren.

    Beste Grüße,

    Jürgen Broer

  2. Nochwas zu Melatonin. Meine TA sagt, dass es nicht gegeben werden sollte, weil es Krebs fördern kann. Ich habe es selbst mal probiert wegen Schlafstörungen. Es fühlte sich für mich an wie bleischwere Glieder aber trotzdem Hornissen im Kopf. Nicht das, was ich meinem Hund wünsche. bara

  3. Liebe Frau Herbold,
    es ist nun ein Jahr her seit Ihrem Eintrag, ich bin aber in der Sache nicht weiter gekommen. Ich weiß, dass Freunde in England das Melatonin bekommen und auch einsetzen, aber bei uns scheint das noch unmöglich zu sein. Ich möchte da als Laie auch nicht weiter darauf eingehen, Sie sollten mit einem Tierarzt darüber reden und mit ihm die Arbeit von Drs. Dodman und Aronson besprechen. Man wird das Melatonin bei uns nicht umsonst für Menschen nicht freigeben.
    Entschuldigung, dass ich so spät antworte.

  4. Liebe Frau Krämer,
    mit Interesse habe ich Ihren Eintrag zu Melatonin gelesen. Haben Sie diesbezüglich evtl. weitere Informationen oder Berichte von Hundehaltern bekommen, die erfolgreich damit therapiert haben?
    Ich bin selbst diplomierte Tierspsychologin, habe einen 12-Jährigen Bearded Collie mit 9 Jahren übernommen, der eine Gewitter- und Schussphobie hat, von der ich in dieser Intensität noch nie gehört habe. Er versucht, alles um bei Gewitter aus dem Haus und in ein Auto zu kommen, d.h. er versucht auch durch geschlossene Fenster zu springen. Ich mache mir größte Sorgen, dass er wegen der Aufregung an Herzversagen o.ä. stirbt. Wir haben bereits mehrfach Trainingseinheiten per CD absolviert und in Teilbereichen Erfolge erzielt. Inzwischen löst jedoch auch Regen den gleichen Effekt aus. Es gibt je nach anhaltender Wetterlage große Rückschritte. Wir können ihn dann auch nicht halten oder lenken, da er in Panik um sich beißt.
    Auf der Homepage von http://www.ygrr.org/doginfo/behavior-phobia.html habe ich von den Drs. Dodmann und Aronson gelesen, die ihren Bearded Collie mittels Melatonin erfolgreich therapiert haben. Meine Tierärztin hat jedoch keine Erfahrung und ich will nicht eigenhändig handeln. Homoöpathische Mittel waren erfolglos und Clomicalm und Selgian haben eine verheerende Wirkung (starke Depression) verursacht. Können Sie mir vielleicht noch weitere Infos geben, wer in Australien / England Erfahrungen haben könnte?
    Mit freundlichem Gruß
    Ellen Herbold

  5. Hallo Frau Krämer,
    es ist schon erstaunlich, wie sich unsere Hunde verhalten, wenn sie homöophatisch behandelt werden. Fast immer gerade der sensible Collie reagiert sehr gut auf das richte Mittel.

    Bei meiner nun 6 jährigen Hündin Aika konnte ich auch Silvester 2005 wiedereinmal diese Wirkung feststellen.
    Zwar habe ich nicht mit Phosphorus behandelt, sondern mit Bachblüten.

    Ich gebe ab dem 1. Dezember 4x täglich 4 Tropfen “Mimulus”(Vedünnung, auf 10ml Wasser 2 Tropfen Mimuluskonzentart) bis zum 24, Dezember.

    Danach bekommt Aika noch zusätzlich 4x täglich 4Tropfen “Rescue”(Verdünnung, auf 10ml Wasser 4 Tropfen Rescuekonzentrat).
    Diese beiden Sachen gebe ich bis etwa 4. Januar.

    Ich kann nur meine Erfahrungen wiedergeben-POSITIV- mein Hund hat den Silvesterabend ruhig schlafend verbracht, keinerlei Nevosität, ansprechbar, ganz normal im Verhalten.

    Man sollte immer mit Bedacht an Medikamente herangehen, auch was die Homöophatie angeht, nicht alles ist gut und somit wirksam.
    Wichtig ist meiner Meinung nach, wenn man weiß worauf der Hund reagiert um es dann mit Gleichem zu behandeln.

    Bin auch erstaunt, dass Melatonin diesbezüglich empfohlen wird, kenne es auch nur aus der Humanmedizin, in allerdings verschreibungspflichtiger Form.

    Liebe Grüße
    Uta

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