Profender – Risiken und Nebenwirkungen

Hier der versprochene Beitrag zu Profender:

Profender®, wie kann so etwas passieren?

von Tierärztin Kirsten Tönnies

Um es vorweg zu sagen: Mit Sicherheit bringt kein Pharmakonzern ein Produkt neu auf den Markt, wenn er vermuten kann, dass er damit eine negative Presse hervorruft, und, anstatt eines kalkulierten Gewinns, böse Anrufe von geschädigten Patienten, bzw. deren Besitzern kassiert. Wenn also etwas schief läuft, dann hat man die Sachlage vorher wahrscheinlich unwissentlich falsch eingeschätzt.

Aber von Anfang an.

Das Produkt Profender® von der Firma Bayer beinhaltet neben dem altbekannten Wirkstoff Praziquantel gegen Bandwürmer den neuen Wirkstoff Emodepsid. Dieses Eiweißmolekül hat keine Verwandtschaft zu den Avermectinen, zu denen auch das bekannte und für Collies gefährliche Ivomec zählt. Es gehört zu einer separaten Wirkstoffgruppe, dabei sei nur am Rande erwähnt, dass Emodepsid dieselben Rezeptoren besetzt wie das Gift der schwarzen Witwe. Außer Bandwürmern tötet es alle Arten von Würmern ab und als Besonderheit tötet es sogar die Larvenstadien der Rundwürmer ab, die durch den Körper wandern. Dazu muss Emodepsid allerdings resorbiert werden und kann seine Wirkung nicht alleine nur im Darm entfalten.

Für Katzen ist dieses Präparat schon seit Oktober 2005 auf dem Markt. Da es für Katzen als einziges Komplettentwurmungsmittel in Form eines spot-on Präparates seit Jahren zugelassen ist, wurde es millionenfach angewendet. Dabei traten zwar vereinzelt Nebenwirkungen wie Speicheln und Erbrechen nach Belecken des Medikamentes und Haarlosigkeit an der Applikationsstelle auf, ansonsten verliefen die Reaktionen bei den Katzen eher harmlos, obwohl es im Internet auch ein paar anders lautende Berichte dazu gibt.

Im Jahr 2008 wurde Profender® dann für kleine Hunde neu auf den Markt gebracht. Das Styling des Produkts als kleine Hundeknochen ist ganz attraktiv gelungen.

Im Jahr 2009 wurde Profender® dann für 30 kg Hunde neu auf den Markt gebracht und in der Folgezeit besonders intensiv in Zeitschriften und über Mitarbeiterschulung von Großhändlern beworben, die bei den Tierärzten dann auch kräftig Werbung für das Produkt machten. Dabei wurde betont, dass das Mittel mindestens vier Stunden vor der Futteraufnahme gegeben werden muss, nur warum das so sein sollte, erklärte niemand. Im Beipackzettel wird noch stringenter darauf eingegangen, und zwar, dass der Hund schon über Nacht kein Futter mehr bekommen haben soll. Dann kommt der Hinweis zu MDR1-Hunden, nämlich dass bereits bei der zweifachen Dosis Nebenwirkungen zu befürchten sind. Das Gefährliche: Durch die gleichzeitige Gabe mit Futter tritt die doppelte Menge Emodepsid aus dem Magen-Darmtrakt ins Blut über, so dass schon durch die Futtergabe alleine die kritische doppelte Dosis überschritten werden kann und dann Nebenwirkungen bei -/- Hunden zu erwarten sind.

Im August 2009 wurde auch über das Telefon Profender® mit Preisnachlässen intensiv beworben. Interessanterweise wartete man im September auf die Auslieferung der Ware für Hunde bis 30 kg KGW vergeblich, weil, nach Aussagen von Bayer, eine falsche Zahlenangabe auf der Verpackung aufgedruckt war. Als Druckfehler war anstatt einer 1 eine 4 zu lesen, aber wo und an welcher Stelle ist von Herrn Schöler vom Produktmanagement von Bayer zu diesem Thema nicht zu erfahren. Einen Teil dieser falsch deklarierten Packungen hat dann die Firma Heiland zu einem deutlich reduzierten Preis an die Tierärzte weiterverkauft. Auf diesen Packungen war fälschlich zu lesen, dass vier von den kleinen Hundeknochen pro 30 kg anstatt richtigerweise nur einer von den Knochen zu geben seien. Eine vierfache Überdosierung also, wo es schon bei einer normalen Dosierung zusammen mit Futter zu Nebenwirkungen bei -/- Hunden kommen kann. Diese sind leider auch eingetreten, wenngleich Bayer versichert, dass kein Fall bekannt ist, der als Folge der falschen Zahlenangabe aufgetreten ist. Im Raum Hofheim z.B. wurde einer Hündin das Mittel in der korrekten Dosierung, aber zusammen mit Futter gegeben. Etwa 3,5 Stunden später fing sie an zu zittern und zu krampfen, so dass die Besitzer zuerst an einen epileptischen Anfall glaubten. Die Hündin lief sehr staksig umher, war aber während der ganzen Zeit ansprechbar. Nach einigen Stunden wurde sie in eine Tierklinik eingeliefert und musste eine Nacht stationär behandelt werden, konnte allerdings schon am nächsten Tag entlassen werden. Zum Glück konnte der anfängliche Vergiftungsverdacht „entkräftet“ werden, da bereits zuvor eine Colliehündin mit den gleichen Symptomen nach der Gabe von Profender® vorgestellt worden war. Nach unbestätigten Aussagen soll die Firma Bayer die Kosten für die Behandlung übernommen haben.

Sicherlich kann man unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob dieses Präparat eine Gefahr in sich birgt oder nicht, schließlich dürfte den Hunden, auch MDR1 -/- Hunden ja nichts passieren, solange man sich nur punktgenau an die Empfehlungen hält.

Leider hält sich das Leben per se nicht immer punktgenau an alle Vorschriften, und eine menschliche Eigenschaft ist es dann und wann zu schwächeln. Die Krux beginnt schon damit, dass die Entwurmungsknochen in Großpackungen abgegeben werden und die Tabletten zum Einzelverkauf daraus entnommen werden, so dass die Packungsbeilagen im Eifer des täglichen Geschäfts nicht immer mitgegeben werden und wurden. Übrigens sind diese Beipackzettel auch nicht gerade kurz, so dass es fraglich scheint, ob jeder Tierarzt und jeder Besitzer diese auch bis zum Ende durchgelesen hat, erfahrungsgemäß eher nicht! Der Hinweis zu dem MDR1 Defekt erscheint erst ziemlich weit unten, viele Leser werden es bis dahin gar nicht schaffen. Und noch mal zur Erinnerung: Der Wirkstoff ist bereits seit vier Jahren auf dem Markt!

Und dann nimmt man vielleicht auch nicht jeden Hinweis immer ganz ernst. Schließlich gibt man den Katzen das Profender® als spot-on Präparat auch einfach mal zwischendurch, wenn man gerade daran denkt, nirgendwo ist der Zusammenhang von Auftreten von Nebenwirkungen bei gleichzeitiger Fütterung beschrieben, bisher ja auch nicht aufgetreten. Dabei reagieren normalerweise Katzen deutlich empfindlicher als Hunde auf Medikamente, von seltenen Ausnahmen einmal abgesehen. Wenn man außerdem die Hundedosierung mit der Katzendosierung vergleicht, stellt man fest, dass bei Katzen eine fünffache Dosis noch als tolerabel erachtet wird, nämlich bei der Packungsgröße 0,5 bis 2,5 kg!

Für die Firma ist es aber selbstverständlich, dass man sich Jahre, nachdem ein Präparat eingeführt wurde, für jede Gewichtsklasse erneut die Beilage durchliest, darauf berufen sie sich. Auf Nachfragen reagiert zumindest die Abteilung für das Produktmanagement sehr zugeknöpft. Bei ihnen liegt überhaupt keine „Schuld“, man muss sich schließlich nur genau an die Anweisungen halten. Bayer sieht in dem Produkt kein Problem. Glücklicherweise gab es bisher keinen bekannt gewordenen Todesfall. Im Jahr 2009 wurden bis jetzt elf Fälle von Nebenwirkungen nach der Eingabe von Profender® an das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in Berlin gemeldet. Bei den elf Hunden handelt es sich um fünf Collies, zwei Shelties, einen Collie-Sheltiemix, einen Australian Shepherd, einen Pudelmix und einen Chihuahua. Davon hatten drei Collies ein Sheltie und der Pudelmischling einen nachgewiesenen MDR1-Defekt, bei den anderen Hunden stehen die Testergebnisse noch aus. Auch das Ministerium geht von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus.

Den Vorschlag, einen eindeutigen Warnhinweis auf der Verpackung und/ oder den Blistern anzubringen, lehnt die Firma Bayer ab; sie sieht keinen weiteren Handlungsbedarf.

Anmerkung der Redaktion: Hier ist der Beipackzettel im Internet zu finden, der eindeutig Auskunft gibt und warnt.

Für ALLE Hunde gilt, was im Beipackzettel ausdrücklich steht:

http://www.pharmazie.com/graphic/A/59/8-90159.pdf

14 Kommentare

  1. MEINEM BEAGLE MISCHLING WURDEN 2 STK FÜR MITTELGROßE HUNDE MITGEGEBEN,MIT DER AUFLAGE – MORGENS NÜCHTERN UND 1STD.!!! DANACH ERST FÜTTERN.ICH BIN FROH DAS DURCH ZUFALL DER HUND NICHTS GEFRESSEN HAT.

  2. Leider wird Profender weiterhin für Collies “mitgegeben”. Ich habe es ihr heute auf nüchternem Magen gegeben. Nach ca. einer Stunde ging es ihr sehr schlecht. Sie hat sehr anstrengende Stunden hinter sich, einschließlich Arztbesuch. Nach den Symptomen können wir davon ausgehen, dass sie einen MDR1-Defekt hat. Sind diese Fälle die Ausnahme, oder sollten Collies/Mischlinge Profender besser gar nicht nehmen. Ich hoffe unser Tierarzt meldet die Nebenwirkung und dass es unserem Hund bald besser geht.

  3. Blog zum Thema Profender geschlossen

    Liebe Hundefreunde,
    das Thema Profender hat die Gemüter erhitzt. Bitte ziehen wir alle die Lehre daraus, NIEMALS von unserem Tierarzt irgend etwas anzunehmen, ohne dass der Beipackzettel dazu gereicht wird. Dann muss eben eine Kopie gemacht werden! Auch mir ist es wiederholt passiert, dass mir “etwas” mitgegeben wurde oder “etwas” gespritzt wurde ohne Information, um welchen Wirkstoff es sich handelte, vom Beipackzettel ganz zu schweigen.
    Erst kürzlich musste ich den Wirkstoff, der auf dem Döschen stand “ergoogeln” und habe daraufhin die Tabletten NICHT verabreicht, sondern eine zweite Meinung eingeholt. Und das war gut so!
    Ehrlich, ich bin inzwischen so weit, dass ich mir alles aufschreiben muss, was mir gesagt wird, weil ich es bis zu Hause vergessen habe. Vor allem wenn es mehrere Anweisungen gleichzeitig sind. Nur Mut – Beipackzettel verlangen!!!! Niemals sollte irgendein Medikament verabreicht werden, ohne vorher den Beipackzettel zu lesen, das gilt für Mensch und Tier. Wenigstens eine Rechnung erstellen lassen, die alle verabreichten und mitgegebenen Medikamente auflistet, wie es bei meinen Tierärzten z. B. Gang und Gäbe ist.
    Wir wollen doch nicht auf alle wirksamen Medikamente für unsere Hunde verzichten, nur weil ein inzwischen gerade in tierärztlichen Fachkreisen bekannter und ausführlich publizierter Gendefekt bei bestimmten Rassen und deren Mischlingen von den Tierärzten nicht abgeklärt wird, ehe irgend etwas verabreicht wird bzw. Hundehalter nicht bereit sind, ihre Hunde testen zu lassen?!
    Im Falle Profender wurden die Tierärzte vom Hersteller inzwischen zusätzlich zu den Hinweisen im Beipackzettel explizit auf die Problematik mit MDR1 betroffenen Hunden hingewiesen. Falsch verabreichtes Profender dürfte also nicht mehr vorkommen.
    Ich möchte damit den Blog schließen.
    Eva-Maria Krämer, admin

  4. Moin Moin liebe Frau Krämer,
    falls sie selbst für den Inhalt dieser Website (Bericht von TA Kirten Tönnies !!!) verantwortlich sind….
    1000 und noch mehr DANKE, DANKE, DANKE an Sie!!!!
    Unser TA hat mir gestern 2 Pillen profender für unsere 17,8 kg leichte Blue Merle Collie Hündin mitgegeben!
    Da ich immer skeptisch bin, habe ich profender gegoogelt und bin bei ihrem Bericht gelandet. Ich bringe das Zeug morgen zurück, diesmal inklusive Hundehaufen für Wurmtest – ich hasse den ganzen Chemiekram (will meinen Hund aber auch knutschen können). Nochmals herzlichen Dank und liebe Grüße von Bärbel Brennecke und Zwergi, Colliedame

  5. Produkt ist absolut nicht zu empfehlen
    Unser Hund hatte am Verabreichungstag und einen Tag danach wirklich extreme Blähungen und Durchfall (was bestimmt auch nicht angenehm für den Hund gewesen ist)
    klares no-go
    anscheinend bekommen viele Tierärzte einen extra-Bonus, wenn Sie das Produkt vertreiben.

  6. Hallo Hundefreunde,

    leider habe auch ich Profender meinen Hund heutemorgen gegeben, und danach ihm etwas zu fressen gegeben! Mit erschrecken habe ich hier die auswirkungen über sieses Prudukt gelesen.

    Schnell habe ich gegenmassnahmen versucht zu ergreifen (Salzwasserlösung führt ein Erbrechen herbei) doch leider schluckte er keinen Tropfen Salzwasser….

    Meine Nervosität übertrug sich auf dem Hund, und er Haarte…

    Also bin ich mit ihm Gassi gegangen und habe so getan als ob nichts gewesen wäre, ich habe ihm etwas mehr Rennen lassen, wenn diese Tablette schon in ihm ist, dann soll sie auch schnell verbraucht werden, dachte ich mir.
    Über 2,5 Stunden unterwegs gewesen…. und es ist nichts passiert…!
    Doch er hatte etwas zu schnell Herzrasen gehabt, aber das konnte auch vom laufen kommen.

    Für mich waren diese Zeilen hier reine Panik mache…

  7. Samstag, 13.02.2010 2.00 Uhr nachts,war ich froh diese website gefunden zu haben.
    Unsere griechische Mischlinshündin bekam auch Profender. Nach ca. 4h ging dann das unkoordinierte Ganzkörper-Muskelzittern und Hecheln los und wir kontaktierten sofort unsere Tierärztin. Laut ihr kann die Reaktion nicht vom Wurmmittel kommen-der Aussendienst von Bayer habe ihr keinerlei Nebenwirkungen genannt, das Mittel könnte man unabhängig von der Futtergabe verabreichen.Als das Zittern und die Krämpfe immer schlimmer wurden und die Augen eine ungewöhnliche Form annahmen fuhren wir zur Praxis (22.30 Uhr). Unsere Tierärztin wusste sich erst gar keinen Rat-alles schien auf eine starke Vergiftung hinzudeuten. Unsere Hündin hatte inzwischen auch 40 Grad Fieber, aber sie war ansprechbar. Wir gingen natürlich alles durch, was der Hund gefressen hatte-nichts traf zu. Nach Spritzen zur Ausleitung und einem Beruhigungsmittel ging es dann mit dem immer noch zitternenden Hund wieder nach Hause.Erst nach der Gabe von Diazepam-Zäpfchen (auch v. der Tierätztin mitbekommen) zuckte unsere Hündin “nur noch” mit den Vorderbeinen….Um 2.00 Uhr wurde ich fündig im Internet-hier auf der website. Nun war klar, woher die Krämpfe kommen. Um 3.00 Uhr gaben wir ihr, weil sie garnicht schlafen konnte-Augen und Vorderpfoten zuckten immer noch- 2 Tabletten mit Baldrian, Melisse und Hopfen und dann kam sie endlich nach einer halben Stunde zur Ruhe…… Meiner Tieräztin berichtete ich von diesen Fällen hier auf der Seite und sie war natürlich zu Recht aufgebracht.
    Am nächsten Tag ging es unserer Hündin etwas besser-kein Zucken mehr-die Augen aber tief eingefallen und sie war sehr erschöpft. Sie hat dann den ganzen Tag-bis auf 2 Gänge in den Garten-durchgeschlafen. Heute (2.Tag) geht es ihr wieder besser-wir hoffen nur, dass nicht doch irgendwo etwas zurückbleibt.
    Die Art wie Bayer hiermit wirbt (Aussendienst) und umgeht ist in diesem Fall nicht nur “tierschädlich”, sondern auch für die Tierärztin “praxis-schädigend”- ungesehen was die “Eigentümer” durchmachen und bezahlen…
    Der Anruf bei Bayer ergab keine weiteren Auskünfte- und was soll die Aufregung- der Hund ist ja nicht gestorben. Interessanterweise wollten sie aber wissen, ob unser Hund ein Colliemischling sei…………
    Wichtig ist, dass die Tierärzte die Nebenwirkung melden. Je mehr NW gemeldet werden,um so höher ist die Wahrscheinlichkeit,dass der Hersteller vom zuständigen Amt verpflichtet wird, diese Nebenwirkung öffentlich zu machen bzw. das Arzneimittel aus dem Handel zu nehmen.
    Im Moment überlegen wir, ob wir einen Anwalt einschalten.
    Wir wünschen allen eine gute Zeit.

  8. Unser “Aussie” Erik ist am 28.01.2010 an dem Zeug fast elendig VERENDET.
    Er war Topfit..wie der Tierarzt? vor der Gabe dieser Medikation bemerkte!
    Hat nicht viel gefehlt. Es begann nach zwei Stunden! Vier Stunden Krämpfe und heftigsten Schüttelfrost , Puls von 200 oder so und 41,5 Fieber von jetzt auf gleich.
    Auch hier keinerlei Infos vom Tierart bekommen und auch keinen Beipackzettel gesehen.
    Die Information das mein Hund MDR1 Defekt haben könnte wurde von ihm ebenso nicht erwähnt.
    Erik ist immer noch nicht der “Alte”.
    Wir hoffen aber das er sich wieder ganz erholen wird
    und ihm und uns solche “Tierärzte” und Medikamente nicht mehr begegnen werden.

  9. Ich habe meinen Collies auch dieses Medikament gegeben. Da ich es vom TA zugeschickt bekommen habe, auch ohne Beipackzettel habe ich es meinen Hunden, so wie immer ins Futter getan.
    Ich habe 2 +/+, 2 +/- und einen -/- Collie.
    Erst jetzt habe ich über diese Risiken erfahren und bin erschüttert. Gott sei Dank haben sich bei meinen Hunden keine Nebenwirkungen gezeigt.
    Trotzdem werde ich dieses Medikament jetzt nicht mehr geben.

  10. Ich mussen sagen, der Artikel und die Kommentare haben mich sehr betroffen gemacht, vorallem, da ich selbst meinem Hund auch Profender gebe. Mich hat der Tierarzt auch nicht darauf aufmerksam gemacht, nur als ich den Beipackzettel gelesen habe, habe ich ihn extra deswegen nochmal angerufen. Er hat dann bestätigt, dass man es dem Hund nüchtern verabreichen muss und mindestens 4 Stunden nachher nichts füttern, und meinte, dass es doch eh am Beipackzettel drauf steht, und er annehme, dass der auch gelesen wird. Seitdem lese ich systematisch die Beipackzettel von allen Tiermedikamenten durch genauso wie ich die von meinen Kinder-Medikamenten ja auch durchlese.

    Jedenfalls bin ich froh, dass eure Hunde sich so gut davon erholt haben, und bitte: lesen, lesen, lesen!

  11. Hallo,
    ich habe gestern meinem Hund Profender verabreicht. Der Tierarzt hat keinerlei Informationen oder Angaben zur Verabreichung gemacht. Entgegen den Empfehlungen des Beipackzettels, den ich ebenfalls nicht mit bekommen habe, war der Hund nicht nüchtern und bekam ca. 4 Stunden nach der Gabe wiederum ihre übliche Mahlzeit. Die Folge war das durch die Nahrung der neue halbsynthetische Wirkstoff in hohen Mengen statt kontinuierlich durch die Darmwand ins Blut resorbiert wurde und sie dadurch die Symptome einer Überdosierung zeigte. Es ging ihr richtig schlecht, sie hat xmal gekotzt. stark erweiterte Pupillen und sabbern.
    Nachdem ich mich selbst via Internet über die Vor- und Nachteile von Profender belesen hatte, war ich höchst beunruhigt und sehr verärgert vom Tierarzt nicht aufgeklärt worden zu sein !
    Ich habe sie alle 15 min mit dem homöopathischem Mittel Nux vomica behandelt, nicht aus den Augen gelassen und war bereit sie jederzeit einzupacken und in die Tierklinik zu fahren, nach einer langen Nacht haben wir dieses Mittel nun ( soweit ) gut ueberstanden.
    Natürlich sind wir froh im Vergleich zum obigen Fall glimpflich davon gekommen zu sein.
    Ich möchte mich dem Vorschreiber anschließen und hoffe viele weitere machen mit, erst zu fragen und dann die Medikation zu verabreichen.
    Im Zweifel lieber weglassen und sich und sein Haustier nicht unwissend in die Versuchskaninchenreihe der Pharmaindustrie einreihen.
    Zudem wünsche ich mir, das die Handlanger der Pharmaindustrie, die Tierärzte, aufklärend und nicht gewinnorientiert handeln.

    Danke fürs loswerden können…und hoffe euren vierbeinern geht es allen gut !

  12. Hallo liebe Hundefreunde,

    wir haben am 29.12.2009 unserm Collierüden das besagte Wurmmittel morgens gegen 10:00 Uhr verabreicht, bis um 16.00 Uhr machte der Hund keine der beschriebenen (s. Artikel) Anzeichen.
    Gefüttert wurde unser Collie morgens um 06:30 Uhr ganz normal – um 15:30 Uhr bekam er noch einige Leckerchen und danach begann, so gegen 16:30 Uhr, sich der Hund merkwürdig zu verhalten, indem er am ganzen Körper zitterte und sich staksig bewegte.

    Ein sofortiger Anruf bei unserem Tierarzt, der sich den Hund gegen 17.00 Uhr anschaute und begutachtete, ergab erstmal nur Achselzucken und Nachdenklichkeit – denn er hat ja das vorherige Medikament zur Entwurmung auch immer gut vertragen, und die Bestandteile von Profender seien ja fast identisch.
    Der Tierarzt rief dann bei der Firma Bayer (irgendeiner Hotline) an, und schilderte der “freundlichen” Dame am Telefon die Reaktionen unseres Hundes auf das besagte Medikament.
    Dort war das Problem schon bekannt und nach einigen, zu beantwortenden Fragen wurde Ihm mitgeteilt, er möge dem Hund ein Beruhigungsmittel (Diazepham) verabreichen und nach ca. 10 – 12 Stunden würden die “Beschwerden” vorüber sein.

    Gesagt getan, aber nach einer weiteren 1/2 Stunde bekam unser Collie neben vermehrten krampfartigen Zitteranfällen noch erhöhte Temperatur 39,5° mit tropfendem Speichelfluss.
    Wir entschlossen uns mit Absprache des anwesenden Tierarztes, umgehend bei einer bekannten Tierklinik anzurufen, wo uns dringend geraten wurde, den Hund dort vorzustellen.
    Dem Arzt in der Tierklinik schilderten wir die vergangenen 3 Stunden Angst und Schrecken!!!
    Er gab uns zu verstehen, dass er dieses Medikament für Hunde nicht einsetzen würde und er keinerlei Kenntnisse über die Nebenwirkungen haben würde.

    Aber er kannte die Nebenwirkungen von Ivomec bei Collies und für ihn zeigte unser Hund die gleichen Symptome, die beim verabreichen von Ivomec auftreten.
    Er gab uns zu verstehen, dass der Hund umgehend ruhiggestellt werden müsse, damit sich durch das immer stärker werdende Zittern (Muskelkrämpfe) keine Wasseransammlungen im Hirnbereich bilden könne, dies kann bis zum Tod des Hundes führen.
    Die Chancen, dass der Hund es überlebt standen 50:50, mit diesem Befund konnten wir erstmal die Heimreise antreten.
    Sollte sich der Zustand im Laufe der Nacht ändern, würden wir tel. benachrichtigt, ansonsten könnten wir uns am nächsten Vormittag gegen 10:00 Uhr um das Befinden des Hundes erkundigen.
    Sie können sich vorstellen wie viel und wie lange wir geschlafen haben – dazu möchte ich noch anmerken, das unser zweiter Collie am zweiten Weihnachtstag, also vor drei Tagen wegen eines chronischen Nierenleiden im Alter von 5 1/2 Jahren eingeschläfert werden musste.
    Am nächsten Tag bekamen wir aber “Entwarnung”,
    er hat die Nacht sehr gut überstanden und hat nach diversen Infusionen und temperatursenkenden Maßnahmen keine krampfartigen Anzeichen mehr gezeigt – Temperatur und Eiweißwerte hatten sich normalisiert
    “Gott sei Dank”
    Um 17:00 Uhr konnten wir unseren Hund wieder in die Arme schließen und er hat alles gut überstanden.
    Er wird auch keine nachträglichen Schädigungen zurückbehalten.

    Im abschließenden Gespräch wurde uns noch berichtet wie der Hund behandelt wurde.
    Er hatte beim Erreichen der Tierklinik eine Temperatur von 41,5° und seine Eiweißwerte waren dramatisch erhöht, so, “als wenn man ein Ei in eine heiße Pfanne hauen würde” – Aussage des behandelnden Arztes.
    Die Kosten für den Klinikaufenthalt und die Behandlung beliefen sich auf 300,25€, die wir natürlich gern bezahlt haben, dafür das wir heute wieder einen gesunden und immer wieder munterer werdenden Hund haben.

    Fazit – bevor eine renommierte Firma (Arzneimittelhersteller) wie Bayer ein solches Medikament auf den Markt bringt (mit allen Mittel den Tierärzten und Kliniken aufdrängt – wie man im Internet nachlesen kann), sollten Sie vielleicht mal darüber nachdenken, welche Auswirkungen nicht nur für das Tier, auch der psychische Druck den betroffenen Familienmitglieder zugemutet wird.

    Wir werden unserem Hund n i e wieder unbedenklich ein Medikament verabreichen.

    Viele Grüße und einen “guten Rutsch”

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