American Collie???

In dieser Pressemeldung http://www.lokalkompass.de/muelheim/spass/timmy-10-jahre-american-collie-d215420.html kommt wieder einmal der Begriff vor, den es so nicht gibt. Leider wird immer wieder vom “American Collie” gesprochen, überprüfe ich die Abstammung findet sich oftmals in der Ahnentafel kein Hund aus Amerika. Vielmehr wird der Begriff gerne zu Vermarktungszwecken genutzt. Die Rassebezeichnung lautet  nach deutschem FCI Standard Langhaariger Schottischer Schäferhund (Collie Rough), nach AKC Standard Collie (mit den Varietäten Langhaar und Kurzhaar), nach britischem Standard Collie (Rough) bzw. (Smooth). In Großbritannien wurden in den 1970er Jahren die Haarvarietäten als Rassen getrennt, was dazu führte, dass der Kurzhaar Collie dort zu den offiziell als vom Aussterben bedrohten Rassen gehört, weil die Eintragungsziffern zu gering sind, um genetisch eine Rasse zu erhalten. In den USA hingegen boomt der kurzhaarige Collie und tritt in ernsthafte Konkurrenz zum langhaarigen.

Aber es gibt keine Rasse “American Collie”. Gerne bezeichnen Züchter damit Hunde, die angeblich nach amerikanischem Standard gezüchtet wurden und als Markenzeichen eine Blesse aufweisen, weniger üppiges Fell haben und größer seien. Tatsächlich ist der amerikanische Standard etwas detaillierter als der britische und erlaubt mehr Fellfarben sowie größere Hunde. Die Abweichungen sind so gering, dass sie bei der Show-und Zuchtbewertung – außer den Fellfarben und extremer Übergröße – nicht ins Gewicht fielen.

Selbst Welpen, deren Eltern US-Importe sind, sind Collies – mit amerikanischer Herkunft, aber keine American Collies! Wenn also Welpen als “American Collies” als etwas ganz besonderes angeboten werden, dann sollte man sehr gut prüfen, was dahinter steckt! Im Grunde sind alle hier geborenen Welpen “German Collies”.

Der abgebildete Hund zum Beispiel sieht aus wie ein ganz normaler Collie, auf dessen Herkunft sich nicht schließen lässt.

Sehr wohl gibt es in der Zielsetzung der Züchter große Unterschiede, so dass der Collie in einer großen Typenvielfalt zu finden ist und für jeden Geschmack etwas bietet. Leider sehen manche Züchter diesen für die Rasse enormen Vorteil der genetischen Vielfalt nicht. Dem Welpenkäufer bleibt die Qual der Wahl!

3 Kommentare

  1. Es gibt für die Rasse Collie Rough and Smooth einen Standard des American Kennel Club und für die Rasse Collie Rough und Smooth jeweils einen Standard des britischen Kennel Club, an dem sich die FCI orientiert. Der amerikanische Standard ist in den Formulierungen detaillierter, erlaubt mehr Größe und mehr Farben, aber es ist der gleiche Hund. Es würde, bei entsprechender Zuchtauslese in wenigen Generationen möglich sein, aus amerikanischen Importen englische Type und umgekehrt zu züchten. Der wirkliche Unterschied ist nur das, was die Züchter daraus machen und die Richter besonders gut finden, ob es nun standardgerecht ist oder nicht. Ein beiden Standards entsprechender Hund könnte auf beiden Seiten des Atlantiks gewinnen, was ja auch schon bewiesen wurde. Schauen wir uns Ch. Bririch Gold Emblem an und seinen Wurfbruder Ch. Bririch Gold Edition, der hinter allen heutigen britischen Siegern steht, zeigt das deutlich, dass es Typunterschiede in der jeweiligen Population gibt. Die Auslese führt in bestimmte Richtungen.
    In den 1960er und 1970er Jahren waren die Unterschiede erheblich geringer. Ich hätte meine englisch gezogene Hündin für viel Geld an einen amerikanischen Züchter verkaufen können. Er fand sie so toll!

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