Whippet“platz“ bei RallyO…

Aufmerksam geht Sidi bei Fuß
Aufmerksam geht Sidi bei Fuß

Ach, was für ein Tag! Unser erster Start bei einem „echten“ RallyO Turnier auf dem Platz des DVG MV Düsseldorf-Benrath. Ein sehr schönes Gelände mit gemütlichem Vereinsheim, vielen netten Menschen und bester Verpflegung… nur der Kurzschluss mit Petrus hatte nicht so ganz geklappt. Letztes Jahr hatten wir an diesem Tag 20°… Diesmal waren es um die 5° und zum Glück höchstens ab und an mal Nieselregen. Trotzdem war die Atmosphäre bei fast 60 Startern und vielen fleißigen Helfern locker und entspannt, echte Hundesportler eben… und dazu gehören wir ja eigentlich nicht mehr so richtig. Oder – keimten da Erinnerungen an meine Kindheit mit meinen Collies bei der Schutzundausbildung auf? Jedenfalls habe ich den Tag in vollen Zügen genossen und war sofort wieder in meinem Element.

Sitz und warten auf Leckerchen
Sitz und warten auf Leckerchen

 

Die armen Whippen allerdings waren nicht so wirklich begeistert. Für sie hieß es nach einem schönen Waldspaziergang warten. In Mantel und Decken gemummelt beheizten sie das Auto, das ging schon mal gut.

RallyO ist eine relativ neue Sportart und ist eine Antwort auf Obedience, das so verreglementiert wurde und mit so viel Wettbewerb betrieben wird, dass die Freude für den normalen Hundehalter auf der Strecke bleibt. RallyO soll zwar auch korrekt nach Regelwerk durchgeführt werden, aber man darf und soll mit seinem Hund kommunizieren und darf ihn am Anfang auch noch mit Leckerchen belohnen. Die Übungen bestehen aus Fuß, Sitz, Platz, Kehrtwendungen und deren Kombinationen. Der Parcours muss in 4 Minuten bewältigt sein. Das reicht aber gut aus. Viel zu laufen ist nicht, ein wunderbarer Sport für Senioren – zwei- und vierbeinig. Die Anforderungen werden mit jeder Klasse höher, aber als Beginner fängt man an und kann sich so langsam hocharbeiten, wenn man das will.

Frauchen, das ist doch nicht dein Ernst? Hinlegen, hier, jetzt???
Frauchen, das ist doch nicht dein Ernst? Hinlegen, hier, jetzt???

Ich hatte unsere Richterin, Sandra Schäfer-Koll, die selbst Collies führt, vor zwei Jahren auf der Collie Triade kennen gelernt, wo sie dieses mir vollkommen unbekannte Wort in den Raum stellte und meine Neugier weckte. Es dauerte ein Jahr, bis ich hier einen Verein fand, der Training anbot. Das war sehr nett und meine Hundis machen besser mit als ich mir gedacht hätte. Nach gut einem halben Jahr Training wagten wir uns also an dieses Turnier. Wohl wissend, dass das Wetter für uns eine Rolle spielen würde, aber man konnte ja wie im letzten Jahr auch Glück haben.

Sidi war ziemlich am Anfang der Beginner dran und er machte seine Sache sehr gut. Eifrig, aufmerksam ging er mit, wir verliefen uns nicht einmal, nur einmal ließ ich ihn sitzen, wo er weitergehen sollte. ABER – es waren drei Platzstationen drin… und das ging leider gar nicht. Das Regelwerk verlangt, dass beide Ellbogen auf dem Boden liegen. Das hat Sidi leider nicht geschafft… und dieses Whippetplatz (auch Pinscherplatz, Dobermann- oder Kurzhaarcollieplatz) kostete ihn alleine 27 von 100 Punkten… dann noch hie und da eine  Unsauberkeit, schräg sitzen, z.B., etwas weite Drehung, aber wirklich, hätte er richtig gelegen, wäre er ganz oben gelandet… wir waren stolz und glücklich, auch mit diesem Platz 24.

Kedi wurde von Witha geführt, wir hatten das trainiert und er liebt sie sehr. Er war der allerletzte Starter des Tages so gegen halb sechs… von fröhlich und aufmerksam konnte nun nicht mehr die Rede sein… Wir trafen zwei Fehlentscheidungen. Ich verschwand ins Vereinsheim, damit er mich nicht sieht und Witha arbeitete ohne Leine. Erst ging er so gut mit, dass ich dachte, aha, sie hat ihn angeleint, doch dann blieb er stehen, blickte auf die Zuschauer und begann mich zu suchen. Es gelang Witha nur schwer ihn wieder aufmerksam mitgehen zu lassen, immer wieder blieb er stehen, guckte sich um… mein Kedilein… ohne sein Frauchen… er hätte zwar noch bestanden, aber die Zeit war abgelaufen – aus die Maus.

Und womit haben wir den Sonntag bei Schneeregen verbracht? Mit richtig Platz üben… und es geht! Für entsprechende Belohnung, versteht sich, und nur für Millisekunden… aber wir arbeiten weiter…

Herzlichen Dank den Hundefreunden in Benrath, Sandra, der Richterin, die den ganzen Tag auf dem Platz stand, voll konzentriert, immer ein nettes Wort und offensichtlich viel Spaß an ihrem Job, der lieben Witha für die Geduld mit Kedi und die Fotos – und natürlich den Jungs, wie immer ein Quell der Freude.

2 Kommentare

  1. Hallo liebe Frau Krämer!
    Diese Art der Ausführung des Kommandos Platz ist bereits sehr, sehr alt und hat besonders in Colliekreisen eine lange Tradition. Bereits mein erster Collie HARVEY führte diese Übung so aus.
    Wir hatten damals (bei der BH-Prüfung) bei sehr schlechtem Wetter mit nassem matschigen Boden dasselbe Problem. Als der Richter fragte, was mein Hund da mache, habe ich geantwortet, dass es sich dabei sogar um eine erschwerte bzw. ganz spezielle Platz-Übung mit der Fach-Bezeicnung „PLITZ“ handelt. Leider konnten wir den Richter damit aber nicht überzeugen. 🙂
    Liebe Grüße und weiter viel Spaß bei Ihren Aktivitäten mit den beiden „Jungs“.
    Sabine Hübler aus Hamburg

    • Hi, das finde ich ja interessant, meine Collies hatten damit kein Problem. Das wurde damals einfach nicht „geduldet“… da wurde noch ins Platz „gedonnert“! Tot umfallen, egal wo sie sich befanden… heute machen das die Obedienceleute tonlos… Aber wir arbeiten dran!

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