Greyhound im Mittelalter

Das Thierbuch von Conrad Gesner

Der Wissenschaftler Conrad Gesner wurde 1516 geboren und verstarb schon im Alter von 49 Jahren. Er hat in dieser kurzen Zeit die bedeutendsten naturwissenschaftlichen Werke geschrieben. Sein Historia animalum (1551-1558) war der Beginn der modernen Zoologie und umfasste 4.500 Seiten unterteilt in drei Sparten. Die ersten vier Bände wurden mit dem Titel Thierbuch 1563 erstmals in Deutsch veröffentlich und gilt als erstes modernes zoologische Werk und schlägt eine Brücke zwischen antiker, mittelalterlicher und moderner Wissenschaft. Genau das gibt der Text wider, Dinge, über die wir heute nur lächeln können, wie z.B. dass es strittig war, ob Hunde nur zwei oder alle Zähne wechseln…, und auch die anatomischen Kenntnisse z.B. des Magen-Darmtraktes zeugten nicht von tieferem Interesse der Wissenschaft am Hund.

1980 druckte die Schlütersche Verlagsanstalt das Werk aus dem Jahre 1669 nach. Ich stöbere immer wieder gerne darin, führt es uns doch in eine ganz andere Welt, alleine durch die Schreib- und Ausdrucksweise. Aber schon damals lebte der Mensch seit zig Jahrtausenden mit Hunden zusammen und züchtete seine Rassen zu seinem persönlichen Nutzen. Und da der Nutzen absolut im Vordergrund stand, wussten sie ganz genau, was sie taten. Der Hund macht natürlich nur einen kleinen Teil des Werkes aus, beschreibt aber schon heute noch existierende Rassen und zeigt manche in Holzschnitten. Interessant und amüsant zu lesen. Der Greyhound ist als Rasse unverkennbar.

Der Text:

Von seiner Art und Natur

Dieser soll den allerschnellsten Lauff haben unter allen Hunden / ist gantz frech und keck / nicht allein in das Wild / sondern auch in die Feind und Mörder zu setzen / wann er angehetzt wird / oder siehet / daß sein Herr oder Leitmann beleidiget wird. Ist der edlste und schönste unter allen Jagdhunde.