Rassebezeichnungen bei Tierheimhunden trügerisch…

Diese hübsche Hündin stammt aus Griechenland

Ich beobachte schon seit Jahren, dass an den Boxen in den Tierheimen die abenteuerlichsten Rassebezeichnungen für irgendwelche Mixe stehen. Beim Sport haben wir einen Schapendoes aus Ungarn… alles was ein bißchen pitbullig aussieht ist ein Boxermix… alles große Schwarze ein Labradormix… Nun erfuhr ich, dass im Zuge der Zuordnung der Kampfhunde die Ordnungsämter mancherorts verlangen, dass den Tierheimhunden eine Rassebezeichnung gegeben wird…
Gut, wenn denn den Vorschriften Genüge getan wird, aber böse wird es, wenn falsche Hoffnungen bei den Käufern geweckt werden, wie bei Nachbarn, die zwei typische griechische Bracken als nicht-jagende Labradormixe verkauft bekamen…
Übrigens habe ich nur ganz selten einen wirklich reinrassigen, rassetypischen Hund angetroffen, mag ja sein, dass diese sofort wieder weg sind, oder vielleicht lassen die Leute doch nicht so oft ihre Weihnachtshunde im Stich?

Was sind nun solche „Deutungen“ wert? Nicht viel, wie eine amerikanische Studie ergab. Genetisch untersucht wurden 900 Tierheimhunde. Tatsächlich waren an den 900 Hunden 125 Rassen beteiligt, und im Schnitt vereinte ein Mix drei Rassen… Nur bei 10% aller Hunde stimmte die Schätzung nach dem Aussehen! Bei solchen Mixen auf ein „typisches“ Verhalten zu schließen ist nicht möglich. Forscher D.L. Wynne sagt: „Die Vererbung des Verhaltens ist so komplex, dass sich ein Hund einer Kreuzung zweier Rassen nicht verhalten muss wie seine Eltern. Am besten lässt man diese Rassedeutungen ganz!“ Es sei viel wichtiger, das Wesen eines jeden Hundes individuell zu überprüfen als auf eine Rasse schließen zu lassen. Was wirklich zählt sei das Verhalten des Hundes und wie es in die Adoptivfamilie passt, so Forscherin Lisa Gunter.

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Materials provided by Arizona State University. Note: Content may be edited for style and length.

Journal Reference:
1 Lisa M. Gunter, Rebecca T. Barber, Clive D. L. Wynne. A canine identity crisis: Genetic breed heritage testing of shelter dogs. PLOS ONE, 2018; 13 (8): e0202633 DOI: 10.1371/journal.pone.0202633 siehe hier