Prüfungsordnung

Was muss mein Collie können? Collie Revue Collie-Führerschein

Der Collie Revue Collie-Führerschein ist keine sportliche Prüfung mit Wettkampfcharakter. Geprüft wird die Fähigkeit des Hundesführers, seinen Hund in alltäglichen Situationen unter Kontrolle zu haben. Es gibt nur “bestanden” oder “nicht bestanden”, und die Prüfungen können beliebig oft wiederholt werden. Die Prüfungen bauen aufeinander auf, so dass für die Klasse 3 auch die 1 und 2 abgelegt werden müssen. Der Collie Revue Collie-Führerschein ist in erster Linie für Menschen gedacht, die keinem Hundesportverein angeschlossen sind und trotzdem mit ihrem Hund etwas tun wollen. Dabei sollte jeder Hund in der Lage sein, die 1 zu bestehen, während die 2 und 3 gezieltes Üben voraussetzen. Es sind jedoch auch Hundesportler willkommen.

Die Übungen sind so ausgerichtet, dass insbesondere Ausstellungshunde nicht in Konflikt kommen (kein automatisches Sitz usw.).

Wir halten uns bewusst nicht an die üblichen Prüfungsanforderungen, da sie nach neuesten Erkenntnissen des Hundeverhaltens in manchen Punkten nicht mehr zeitgemäß sind.

Jede Prüfung beginnt mit der Meldung des Hundeführers beim Prüfer zwecks Überprüfung der Daten.

Jede Übung beginnt mit einer Grundstellung am Ausgangsort. Der Hund sitzt oder steht angeleint links oder rechts neben dem HF.

Die Hunde dürfen nur an einem normalen Halsband und einer festen Leine (weder Stachelhalsband noch Flexileine oder Halti) geführt werden. Sog. “Ausbildungshilfen” wie z.B. Gentledog etc. sind nicht erlaubt. Der HF darf zu keiner Zeit die Kontrolle über sich selbst verlieren. Kommandos und Namen brüllen, dem Hund gegenüber handgreiflich werden etc. führen zur Disqualifikation.

Bei allen Übungen darf mit dem Hund gesprochen, gelobt und belohnt werden. Er darf jedoch nicht handgreiflich in die Platz-, Sitz-oder Stehposition gebracht oder festgehalten werden. Während der Übungen soll kein Leckerchen als Lockmittel geboten werden, nach einer abgeschlossenen Übung darf der Hund jedoch belohnt werden.

Auf dem Prüfungsgelände sollen sich auffällige Gegenstände befinden, z.B. ein aufgespannter Schirm herumliegen, der sich im Winde bewegen kann, ein Kinderwagen, etc.

Es empfiehlt sich, die Laufstrecke für die Fußübungen mit Orientierungshilfen (Anfang, Ende, Wendungen) zu versehen um sicherzustellen, dass alle Prüflinge die gleiche Entfernung gehen. Wo Schrittmaße bei den Übungen angegeben werden, sollten ebenfalls Orientierungshilfen installiert werden, um den HF das Zählen zu ersparen und gleiche Entfernungen zu gewährleisten. Die Laufstrecke sollte so lang bemessen sein, dass die Ablenkungen nicht zu dicht aufeinander erfolgen.

Disqualifikation:

Zeigt der Hund bei irgendeiner Gelegenheit aggressives Verhalten, versucht gezielt zu beißen und kann nicht sofort vom HF ohne Mühe dauerhaft zur Ordnung gerufen werden und entfernt sich ein Hund nachhaltig aus dem Einwirkungsbereich des Hundeführers.

Klasse 1

1) 5 Minuten Ablegen an der Leine Wertigkeit: mittel

Mehrere Prüflinge werden in angemessener Entfernung voneinander angebunden. Der HF entfernt sich mindestens 12 Schritte. Der Hund kann sitzen, liegen oder stehen. Es dürfen Kommandos gegeben werden. Ein Radfahrer o.ä. fährt vorbei, ein Auto fährt vorbei, hält an, Türen klappen, ungewöhnliche Person geht mit Schirm vorbei, etc. Der Hund soll nicht in Panik geraten, an der Leine zerren oder ständig bellen.

2) Sozialverträglichkeit

Der Hund geht bei Fuß an der Leine zwischen zwei sich schräg gegenüberstehenden Menschen mit angeleinten Hunden beiden Geschlechts (nicht kastriert!). Auf diesem möglichst schmalem Weg wird der Hundeführer von einem Fremden angesprochen. Der Hund sollte sich kontrolliert verhalten.

3) Berührung durch einen Fremden Wertigkeit: hoch

Der Hund sitzt oder steht an lockerer Leine neben dem Hundeführer (HF) und soll sich von einem Fremden anfassen und abtasten lassen, ohne Anzeichen von Nervosität oder Aggression. Der Hund darf sich bewegen.

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund ungestüm gebärdet oder angstvoll ausweicht.

4) Leinenführigkeit mit Ablenkungen Wertigkeit: mittel

Der Hund geht an lockerer Leine neben dem HF. Dabei sind Rechts-und Linkswendungen sowie eine Kehrtwendung zu zeigen und Strecken im Lauf-und langsamem Schritt einzubeziehen. Der Hund hat zu warten, wenn der HF stehen bleibt. Er kann sitzen oder stehen.

Ablenkungen:

Einige Meter vom Start entfernt liegt auf einem Teller ein besonders reizvoller Leckerbissen (z.B. Leberwurstbrot, kein normales Hundefutter). Der Hund wird so nahe herangeführt, dass er den Köder erreichen könnte. Er darf Interesse zeigen, muss aber auf Kommando sofort davon ablassen und zügig weitergehen.

Zweck der Übung ist zu zeigen, dass sich der Hund Ganggeschwindigkeit und Richtungswechseln des HF anpasst, ohne an der Leine zu zerren. Die Ablenkungen (aufgespannter Schirm, wehende Tücher etc.) sollen den Hund nicht so weit aus der Fassung bringen, dass er aggressiv oder panisch reagiert, wohl kann er die Dinge aufmerksam zur Kenntnis nehmen, ohne dass der HF die Kontrolle über den Hund verliert. Kann sich ein Hund nur schwer beruhigen, darf die Strecke nochmals ohne aktive Ablenkung gelaufen werden. Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund nicht mehr beruhigen lässt.

5) Herankommen Wertigkeit: hoch

Der Hund wird von einem Helfer am Halsband festgehalten, während sich der HF 12 Schritt weit entfernt. Auf Ruf des HF wird der Hund losgelassen. Er soll ohne zu zögern zu ihm kommen und sich anleinen lassen. Dabei darf sich der HF nicht zum Hund bewegen, der HF darf den Hund aber ermuntern.

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn der Hund auf höchstens zweimaliges Rufen und Locken nicht herankommt.

6) Hürdensprung Wertigkeit: niedrig

Der HF darf mit dem angeleinten Hund über eine 30 cm hohe Hürde springen. Der Hund hat drei Versuche.

Klasse 2

1) 3 Minuten ablegen Wertigkeit: mittel

Es befinden sich mehrere Prüflinge in angemessenem Abstand zueinander auf dem Platz. Der HF lässt den Hund in Sitz oder Platz warten, ohne ihn anzubinden, entfernt sich 12 Schritte in Sichtweite des Hundes. Nach fünf Minuten wird der Hund abgeholt. Der Hund darf sich auf der Stelle, jedoch nicht vom Platz weg bewegen. Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund entfernt und auf höchstens zweimaliges Kommando nicht zurückkommt.

2) Fußübung Wertigkeit: mittel

Der Hund geht an lockerer Leine bei Fuß. HF bleibt stehen, Hund sitzt und wird abgeleint. Der HF geht zügig weiter. Der Hund sollte in gleichmäßigem Abstand beim HF bleiben, jedoch nicht so dicht, dass er ihn beim Gehen behindert. Links-, Rechts-und Kehrtwendungen sowie Lauf-und langsamer Schritt sind einzubauen. Bleibt der HF stehen, hat der Hund unverzüglich zu verharren (stehend, sitzend oder liegend).

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund gezielt einige Meter weit vom HF entfernt und nicht mit höchstens zwei Kommandos zurückrufen lässt. Der HF darf sich nicht auf den Hund zu bewegen. Dazu zählt auch, wenn sich der Rüde entfernt, um irgendwo ein Bein zu heben und anschließend zum HF zurückkommt.

3) Herankommen Wertigkeit: hoch

Der Hund bleibt in beliebiger Stellung (Sitz, Steh oder Platz) zurück. Der HF entfernt sich zügig 20 Schritte und dreht sich zum Hund. Der Hund wird gerufen. Auf halbem Wege zum HF wird der Hund auf einen beliebigen Befehl (z.B. Pfiff, Sitz, Steh, Platz oder Stop!) gestoppt. Da diese Übung lebensrettend für den Hund sein kann, ist es entscheidend, dass der Hund sofort verharrt. Dabei spielt es keine Rolle, ob er letztlich das gegebene Kommando befolgt. Der Hund muss nicht vorsitzen, sondern so nah herankommen, dass er angeleint werden kann. Der HF darf nicht auf den Hund zugehen.

4) Leine Down Wertigkeit: mittel

Der Hundeführer legt die Leine ab und den Hund mit “Platz” oder “Down” daneben. Der geht vom Platz, spricht kurz (ca. 1 Minute) mit jemandem und holt dann den Hund ab. Es ist wichtig, dass sich der HF intensiv mit einer anderen Person vom Hund abgewandt unterhält.

5) Pflege auf dem Tisch Wertigkeit: hoch

Der Hund hat auf einem Tisch ruhig zu liegen und sich vom HF bürsten zu lassen, insbesondere in Rückenlage am Bauch und an den Innenschenkeln. Der Hund muss sich artig vom HF die Untersuchung von Augen, Ohren, Gebiss und Genitalien gefallen lassen.

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn der Hund sich erfolgreich wehrt. Der Prüfer beobachtet nur ohne einzugreifen.

6) Weitsprung Wertigkeit: gering – Entspannungsübung am Ende der Prüfung

Der Hund hat ein 1,50 m breites, flaches Hindernis zu überspringen. Der HF darf mit dem Hund mitlaufen, um ihn anzufeuern, aber nicht vor dem Hund am Hindernis vorbeilaufen. Der Hund hat drei Versuche.

Klasse 3

1) 5 Minuten Abliegen in der Platzlage Wertigkeit: hoch

Mehrere Prüflinge werden in angemessenem Abstand ohne Leine abgelegt. Der HF entfernt sich außer Sichtweite. Der Hund darf sich auf der Stelle, aber nicht von ihr weg bewegen. Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn der Hund innerhalb der ersten 3 Minuten zum HF läuft.

2) Freifolge bei Fuß Wertigkeit: hoch

Die Freifolge ist nur zu machen, wenn der Hund an diesem Tage nur die Prüfung III ablegt (d.h. I und II bereits bei einem vorherigen Prüfungstermin abgelegt hatte). Die Gruppenarbeit ist auf jeden Fall zu machen.

Der angeleinte Hund wird in der Steh-, Sitz-oder Platzposition abgeleint und muss in dieser Stellung verharren, während sich der HF 5 Schritte entfernt und zum Hund zurückkehrt, dabei um den Hund herumgeht. Befindet sich der Hund links oder rechts neben ihm, geht er zügig mit dem Hund weiter. Der Hund wird nun im normalen, Lauf-und langsamem Schritt geführt, eingeschlossen sind Links-, Rechts-und Kehrtwendungen.

Ablenkungen:

Der Weg führt durch eine Personengruppe. Die Gruppe bewegt sich lebhaft, klatscht, und es wird laut gerufen. Eine Person spannt einen Regenschirm auf. Jemand macht laute Geräusche mit Topfdeckeln etc. Keine Schüsse. Niemals wird direkt auf den Hund eingewirkt. Der HF bleibt in der Gruppe stehen, der Hund sitzt bei Fuß. Die Teilnehmer der Gruppe bilden um den Hund einen Kreis und gehen zunächst sehr langsam immer dichter auf HF und Hund zu und wieder zurück. Dann mit forscherem Schritt noch einmal auf den Hund zu.

Der Hund muss sich trotz aller Ablenkungen immer im Einwirkungsbereich des HF befinden, der mit ihm reden, ihn belohnen und ihn streicheln darf. Er darf ihn nicht festhalten.

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund gezielt einige Meter weit vom HF entfernt und nicht unmittelbar (höchstens 2 Kommandos) zurückrufen lässt. Der HF darf sich dabei nicht auf den Hund zu bewegen. Dazu zählt auch, wenn sich der Rüde entfernt, um irgendwo ein Bein zu heben und anschließend zum HF zurückkommt.

3) Stehübung Wertigkeit: hoch

Der abgeleinte Hund hat auf einmaliges Kommando hin stehen zu bleiben. Der HF entfernt sich drei Schritte. Der Hund wird vom Prüfer ruhig und freundlich begrüßt und abgetastet. Der HF kehrt zurück und zeigt dem Prüfer das Gebiss des Hundes. Bei geschlossenem Fang werden die Lefzen an den Seiten und vorne angehoben, dann wird der Fang geöffnet, so dass man hineinsehen kann.

Die Übung gilt als nicht bestanden, wenn sich der Hund erfolgreich wehrt.

4) Apportieren eines Gegenstandes Wertigkeit: mittel

Der Hund darf festgehalten werden, während ein vom HF ausgewählter Gegenstand geworfen wird. Der Hund sollte geradewegs hinlaufen, den Gegenstand aufnehmen und zügig zurückbringen, entweder in die Hand abgeben oder unmittelbar vor dem HF fallen lassen, so dass er ihn aus dem Stand heraus aufheben kann. Der HF darf den Hund beliebig anspornen, muss aber auf seiner Ausgangsposition verharren.

5) Hoch-Weitsprung Wertigkeit: niedrig

Der Hund hat ein 1,50 m breites, flaches und eine ca. 75 cm hohe Hürde hintereinander weg zu überspringen. Der HF darf mit dem Hund mitlaufen, um ihn anzufeuern, aber nicht vor dem Hund am Hindernis vorbeilaufen. Der Hund hat drei Versuche.

6) Voraussenden

Der Hund wird in einer beliebigen Position (Sitz, Steh oder Platz) zurückgelassen. Der HF entfernt sich, legt nach 20 Schritten einen für den Hund deutlich sichtbaren Gegenstand ab und kehrt zum Hund zurück. Der Hund wird zu diesem Gegenstand geschickt und muss sich daneben legen. Nach 2 Minuten geht der HF hin, nimmt den Gegenstand an sich, entfernt sich etwa 5 Schritte und ruft den Hund zu sich an die Seite.

Der Collie Revue Supertest

Da schon viele Collies die III bestanden haben, wurden wir immer wieder gefragt: “Und was machen wir jetzt?” Deshalb haben Frau Winnig und ich den Supertest entworfen mit neuen Komponenten, die man sich erarbeiten kann und die auch für ältere Hunde zu bewältigen sind – keine Sprünge z.B. Wir stellen ihn demnächst noch genauer vor!

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