Lahmheit und Chiropraktiker

Nikki war am 6.1. in einen dünnen Draht gerannt, hat den ganzen Unterkiefer aufgeschlagen und die Pfote aufgeschnitten. Zum Glück blieben die Sehnen heil, aber direkt auf dem Gelenk musste genäht werden, und so schmückte ihn unsere Tierärztin drei Wochen lang alle zwei Tage mit einem neuen bunten “Boxhandschuh”. Er war dann schon sehr flink auf drei Beinen. Als er ein paar Tage den Verband ab hatte, fing er beim Spaziergang plötzlich an zu humpeln, so als habe er etwas am Pfötchen, war aber nicht. Es wurde ganz schnell schlimmer, er war wirklich krank, wollte sich kaum noch bewegen, lag nur herum und musste zum Pippimachen hinaus getragen werden. Das ist normal nicht seine Art. Am nächsten Morgen fuhr ich zu seinem Züchter, der ihn sich genau ansah sowie abtastete und mir aufgrund von sehr guten Erfahrungen zu einem Chiropraktiker riet. Gesagt getan. Heute morgen waren wir also da. Erst einmal hat er den Hund gründlich untersucht und festgestellt, dass das Bein in Ordnung ist, aber wenn er es belastet, im Rückenbereich Schmerzen hat. Es sei sehr gut möglich, dass die wochenlange Fehlbelastung das ganze Skelett beeinträchtigt hat und nur eine kleine Bodenunebenheit ausreichte, um größeren Schaden anzurichten.
Zunächst einmal ränkte er das schiefe Becken wieder ein, dann den Hals, was Nik sehr unangenehm war, und nach 6 Prokainspritzen in den Nackenbereich nahm er sich dort die Wirbelsäule vor. Zugegeben, Nik war nicht begeistert, aber für ein Mini-Frolic reichte es noch…er humpelte noch zum Auto und zu Hause wieder ins Haus. Aber er war schon sehr viel interessierter an der Umwelt und horchte auf, als ich mit meiner Freundin telefonierte, mit der ich mich meist zum Spaziergang verabredete. Da ich ihn auf keinen Fall schonen sondern bewegen sollte, machten wir uns also auf den Weg. Schon nach wenigen Metern lief er wieder, noch etwas ungleich, aber er belastate das Bein, forderte seinen Kong (den ich natürlich nicht dabei hatte) und erbeutete dann einen alten Maiskolben und tobte damit rum….Man kann sich meine Erleichterung vorstellen! Er lief dann ganz normal nach Hause. Der Chiropraktiker hatte gesagt, so Montag, Dienstag müsste ich eine Besserung bemerken….
Interessant daran ist nur, dass es entweder wenige Chiropraktiker für Hunde gibt oder sie wenig bekannt sind. Jedenfalls wusste ich nicht, dass es sowas gibt. Vielmehr sagte mir Nikkis Züchter auch, dass man viel zu wenig an solche Probleme denkt und sonst was für Behandlungen über den Hund ergehen lässt. Ich bin sicher, dass mein TA erst mal ein Schmerzmittel verordnet hätte wie schon zuvor.
Das nur als Tipp für den Fall, dass ein Hund undefinierbar lahmt. Es kann natürlich 1000 Ursachen dafür geben, aber u.U. auch so eine einfache wie die bei Nikki, wie es bis jetzt scheint.
Für Erfahrungsaustausch wäre ich dankbar.

4 Kommentare

  1. Ich kenne im Raum Stuttgart keinen, aber jede größere Tierklinik (Universität Hohenheim) müsste da Auskunft geben können. Bei uns arbeiten sie hauptsächlich mit Pferden, ich gehe auch in eine Pferdeklinik, die natürlich auch Hunde behandeln. Die Tierärztin dort ist auch an Hunden ausgebildet und hat uns sehr geholfen. Ich würde einmal in der Richtigung recherchieren. Vielleicht auch mal googeln.

  2. Hallo,ich habe einen Hund, der schon seit etwa 1 1/2 Jahr vorne links lahmt. Nach vielen Röntgenaufnahemen wissen die Tierärzte nicht mehr weiter, wissen nicht woran es liegt. Jetzt habe ich vor einer Woche das erste Mal von einen Chiropraktiker gelesen, und heute von Ihnen. Leider habe ich hier bei mir in der Nähe noch keinen gefunden. Können sie mir einen guten Empfehlen? Oder vielleicht kennen Sie auch einen guten in meiner nähe? Komme aus der Nähe von Stuttgart. Würde mich sehr über Antworten freuen.
    Liebe Grüsse Nancy

  3. Liebe Frau Krämer,
    das ist ja wirklich wunderbar, dass Sie Ihrem Niki mit der chiropraktischen Behandlungen haben helfen können! Ja, diese Zusammenhänge sehen Tierärzte leider in den meisten Fällen nicht und schädigen die Hunde mit Schmerzmitteln, ohne die Ursache für die Schmerzen zu beseitigen. Der Zusammenhang zwischen Lahmen und Rückenproblemen oder sonstigen Skelettschäden ist mir als Pferdebesitzerin gut bekannt, und in der Therapie von Pferden ist man hier inzwischen einen wesentlichen Schritt weiter als bei Hunden. Vor zwei oder drei Jahren habe ich allerdings an einer sehr interessanten Veranstaltung des Clubs für Britische Hütehunde Hamburg teilgenommen zum Thema “Chiropraktik und Physiotherapie bei Hunden”. Die Vorträge haben mich bestätigt, dass man immer den ganzen Hund betrachten muss, wenn er lahmt oder sonstige Probleme mit den Gliedmaßen hat. Besonders bei alten Hunden sind Tierärzte schnell mit der Diagnose “Arthrose” zur Stelle – und vielleicht hat sich das Tier beim lustvollen Wälzen einen Wirbel leicht verdreht. Ich denke, Sie sollten diese Thematik unbedingt einmal in der Collie Revue ansprechen! Ich bin sicher, dass viele Hunde unnötigerweise Schmerzmittel bekommen und den Besitzern nicht klar ist, wie sie damit Nieren und Leber schädigen!!
    Vielleicht finden sich ja Fachleute, die dazu etwas schreiben würden.

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