MDR1 ignorante Tierärzte

Frau Wäterling schickte mir folgende email. Es wäre schön, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilten. Danke.

Guten Abend Frau Krämer,
mir kommen immer wieder die abenteuerlichsten Aussprüche verschiedener Tierärzte zu Ohren, was die MDR-1-Untersuchung betrifft. Wir haben unsere Welpenkäufer natürlich auch über dieses Thema informiert und es ist erstaunlich, auf wie wenig Resonanz wir treffen. Sprechen die Leute dann ihren Tierarzt doch darauf an, werden sie teilweise so abgefertigt, dass es einem die Sprache verschlägt. Eine Welpenkäuferin sprach ihre Tierärztin darauf an, diese hielt MDR 1 für eine Augenerkrankung und wollte die Leute zum Augenspezialisten schicken!!! Dann legten die Welpenkäufer den Ausdruck von Dr. Geyer vor – mit dem Ergebnis, dass sie wieder niedergeschmettert wurden, “Sie wollen Ihrem Hund doch wohl kein Ivomec geben”?! Ein letzter Versuch unserer Welpenkäufer, dass es doch eine Studie sei und auch die Züchterin daran Interesse hätte. Besagte Tierärztin dazu, na, dann schicken Sie doch dem Züchter die Rechnung dafür, wenn der das unbedingt wissen müsse…
Das ist nur das erschreckendste Gespräch Welpenkäufer/Tierarzt. Ähnliche gab es noch, wenn auch nicht so extrem. Überflüssig fanden es die meisten, sei wohl nur für den Züchter interessant und die würden alles “hochspielen”.

Sie hören doch viel zu diesem Thema, wie sind Ihre Erfahrungen, hatten unsere Leute einfach nur Pech mit der Tierarztwahl oder kommt das häufiger vor? Das würde mich wirklich interessieren. Eigentlich sollten sich die Tierärzte doch über bemühte Züchter freuen, aber irgendwie scheint es dort ein “Feindbild Züchter” zu geben. Vielleicht wäre dies auch mal ein Diskussionspunkt im Weblog?

Es grüßen die Collies von der Allerheide

Birgit Wäterling

8 Kommentare

  1. Unsere Norfolk-Terrier-Hündin hat einen systemischen Lupus Erythematodes(SLE). Es hat 4 Jahre gedauert bis eine Fachtierärztin aus Hannover die genaue Diagnose stellte… vorher waren wir insgesamt bei 50 Tierärzten, die uns alle nicht sagen konnten, was unsere Hündin hat. Es ist dies und jenes, nehmen sie mal dieses Medikament oder das….und die 4 Jahre waren sehr lange, da fragtman sich auch ….woran kann das liegen??? Diese Erkrankung befällt sonst nur Shelties, Collies, Huskys und Schäferhunde. Warum jetzt gerade unsere, mittlerweile 8 jahre alte Norfolk-Terrier-Hündin diese Autoimmunerkrankung bekommen hat ist uns ein Rätsel…Haben Sie diese Erkrankung beim Collie oder Sheltie schon erlebt?Es gibt nicht viel an Information zu dieser Erkrankung. Ja da kann man mal sehen, wie lange man auf richtige Diagnosen wartet….mit freundlichem Gruß Maria Braciak und “Alice”

  2. Nach unserem letzten Tierarztbesuch kann ich noch ergänzen, dass unsere Tierärztin bei der Frage nach einem geeignetem Mittel keine Probleme damit hatte, mir zu sagen, dass ich da wahrscheinlich viel mehr wüßte als sie, da Finn der einzige vom Defekt betroffene Hund in ihrer Praxis sei. Also habe ich mich in Absprache mit ihr nach einem geeignetem Mittel erkundigt.

    Grüße,
    Kris

  3. Hallo zusammen,
    meine Erfahrungen mit mehreren Tierärzten sind leider, bis auf eine, auch negativ im Hinblick auf den Informationsstand was den MDR 1-Defekt betrifft.
    Ich machte ebenfalls die Erfahrung, dass die Ärzte, ohne etwas darüber zu wissen, trotzdem ziemlich arrogant “abwinken” und nicht einmal bereit sind, sich eine Erklärung oder die berechtigten “Sorgen” des Patientenbesitztes anzuhören. Da kommen dann schon solche Aussagen wie: “Das habe ich noch nie gehört, kann also so schlimm nicht sein” oder “wir verwenden nur die modernsten und schonensten Medikamente und Narkosemittel, da passiert garantiert nichts”.
    Mein Eindruck war hier leider, dass sich scheinbar nicht nur manche Humanmediziner für “Halbgötter in Weiß” halten. Wirklich schade!
    Somit werde ich weiterhin weitgehend selbst darüber wachen müssen, wenn ich nicht möchte, dass mein Collie (er ist +/-) irgendeins von den “gefährlichen” Mitteln erhält.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Hübler

  4. Guten Tag Frau Krämer,

    mit großem Interesse verfolge ich das Thema MDR1 seid ich mir Anfang November eine Kurzhaarcolliehündin gekauft habe.
    Zunächst machte mich meine Züchterin auf das Thema aufmerksam, weiter belesen habe ich mich dann in meinem Probeexemplar der Collie-Revue vom September 05.
    So einigermassen eingelesen, habe ich dann mit meiner Hündin meine Tierärztin aufgesucht und mit ihr über dieses Thema gesprochen. Sie hat sich gleich zu Beginn sehr aufgeschlossen und interessiert gezeigt.Ich habe die Blutentnahme und Untersuchung durch die Uni Giessen durchführen lassen. Ich habe meiner TÄ angeboten sie sowohl über das Testergebnis als auch über alles andere was mir zu diesem Thema in die Finger kommt zu informieren. auch hier war sie wiederum sehr an weiterführendem Material interessiert.
    Meine Hündin ist -/-, so dass ich natürlich sowohl froh bin, dem Hinweis meiner Züchterin gefolgt zu sein und die Untersuchung habe durchführen lassen, als als auch eine aufgeschlossene TÄ für mich und meine beiden Hunde zu haben.
    Es gibt also auch durchaus andere Tierärzte, das schreibe ich Ihnen um Ihnen Mut zu machen.

    Mit freundlichem Gruß, Ihre Kathrin Werres

  5. Mit Finn habe ich an der Studie teilgenommen – leider hat er das Ergebnis zu Ungunsten der freien Collies und der Träger verschlechtert. Unsere Tierärztin hat dann auch die Infos aus Gießen in Kopie bekommen.
    Von der “Empfindlichkeit” der Collies wußte sie – so jedenfalls interpretiere ich ihre Aussage “Bei Collies wälze ich sowieso erst zehn Bücher”.
    Und als es um ein Flohschutzmittel ging, hat sie aufmerksam die Unterlagen gelesen, mich sogar letztens einmal gefragt, ob auch Antibiotika gefährlich sein könnten.
    Ob sie auf dem aktuellen Stand der Forschung ist, weiß ich nicht, aber ich habe schon den Eindruck, dass sie vorsichtig ist, was Finn und Medikamente angeht.

    Grüße,
    Kris

  6. Hallo,
    genauso, wie es Frau Wäterling berichtet, ist es mir auch ergangen, als ich unseren Felix testen lassen wollte.
    So, nach dem Motto, wenn es den Züchter interessiert, dann soll der doch…., der Tierarzt hatte überhaupt nicht begriffen, worum es eigentlich ging. Seine Antwort war nur, ja sie glauben doch wohl, dass wir wissen, was wir den Collies geben, wir sind ja schließlich Tierärzte. Meine Frage, ob er denn wisse was der MDR1-Test bezwecke/beinhalte, bekam ich nur ein müdes Lächeln zur Antwort.
    Mein Welpe stand zu dem Zeitpunkt auf dem Tisch zwecks Untersuchung, Impfung ect., habe ihn dann kommentarlos heruntergenommen und mich verabschiedet und mir einen neuen, mir allerdings nicht unbekannten Tierarzt aufgesucht.
    Dieser wußte sofort um die Sache und vor allem um die Wichtigkeit des Testes. Es wurde Blut abgenommen, nach Gießen geschickt und innerhalb von 14 Tagen war das Ergebnis +/+ da.
    Meine persönliche Meinung ist, wenn man auf so eine Art und Weise Auskunft bekommt, sollte man sich wirklich nicht scheuen einen anderen Tierarzt aufzusuchen, es kann lebensrettend sein.
    Herzliche Grüße
    Uta Borgschulte

  7. Den “richtigen” Tierarzt zu finden, ist gerade für Welpenkäufer, sofern sie Hunde-Anfänger sind, sehr schwierig …
    Wenn man bedenkt, dass ungefähr 150 verschiedene Gendefekte bei Hunden bekannt sind (von harmlos bis gefährlich), so ist es für den normalen Tierarzt nicht einfach, über alle Rassebesonderheiten auf dem neuesten Stand zu bleiben – selbst wenn sie es wollen: mit der Fortbildung ist es nicht immer so, wie es sein sollte. Da der Collie außerdem eine relativ seltene Rasse ist und die meisten Tierärzte nur ab und zu mal einen Collie in ihrer Praxis haben, ist das Interesse an MDR1 wohl auch sehr unterschiedlich. Aber selbst wenn mehrere Collies in der Patientenkartei sind: nicht alle davon sind/waren MDR1 -/-, was dann (wie bei unserer “Stamm”-Tierärztin) zunächst einmal – beim damals ersten Gespräch über MDR1 – den Spruch auslöst: “MIR ist in MEINER Praxis noch nie etwas Schlimmes passiert … kann also nicht so tragisch sein.”
    Den Ausdruck der HP der Uni Gießen hat sie allerdings sehr interessiert gelesen – und prompt nach mehr Infos verlangt, die sie nun sehr regelmäßig erhält (zumal sie kein Internet hat). Sie spricht seitdem auch alle Halter von MDR1-betroffenen Rassen an und überzeugt die Leute, ihren Hund zu testen.

    Durch meine “hundepolitische”Arbeit und durch meine Seminar-Veranstaltungen habe ich relativ viel Kontakt zu Tierärzten/Helferinnen hier im Umkreis. Die meisten wußten von einer Ivermectin-Unverträglichkeit, vom MDR1-Defekt allerdings wußte nur der Chef einer Tierklinik – insofern sicher auch seine angestellten Tierärzte.

    Vor dem ersten MDR1-Seminar (29.10. in Düsseldorf) habe ich über die Veranstaltung und über die Infos auf der HP der Uni Gießen auch per Post alle 44 Tierarztpraxen hier informiert – prompt meldeten drei Tierärztinnen ihre Helferinnen an, die dann natürlich Order zur Berichterstattung hatten. Von einer Tierärztin kam die Reklamation, man könne doch nicht Halter und Züchter mit einem MDR1-Seminar “schlauer machen”, als es ihre Tierärzte sind … Die persönliche Einladung, ebenfalls teilzunehmen, hat sie allerdings leider nicht wahrgenommen … es fehlte angeblich die Zeit.
    Vielleicht hat sie aber wenigstens die wissenschaftlichen Arbeiten gelesen, die ich ihr und einigen anderen interessierten TÄ geschickt habe.

    Aus Unterhaltungen mit anderen Colliehaltern weiss ich außerdem, dass die Reaktionen von Tierärzten von Arroganz und Allwissenheit (“Ich bin hier der Arzt – ich weiss alles …”) bis zu großem Fortbildungsinteresse und Engagement variieren – je nachdem, wie persönliche Erfahrungen und Interessen sind.

    Im Grunde kann man nur empfehlen, dass Collie-Halter zu Tierärzten gehen, die möglichst viel Erfahrung mit Collies (bzw. den betroffenen Rassen) haben.

    An der Uni Gießen sind Vorlesungen zum Thema MDR1 für Veterinärmedizin-Studenten nun auch schon länger üblich – es kann also nur besser werden.

    Viele Grüße
    Marita

  8. Hallo,
    das ist ja schlimm! Solche Tierärzte gibt es? Bestehen denn keine Auflagen bzgl. Fortbildungen? Gerade in der Medizin gibts doch laufend neue Erkenntnisse.
    Die o.g. TÄ war ja nicht nur ignorant, sondern auch unverschämt.

    Als wir unserem Collie wg. MDR 1 Test Blut abnehmen liessen, haben wir die Kopie v. UNI Giessen mit den indizierten Medikamenten vorgelegt. Unsere TÄ wollte sie behalten. Und das Ergebnis wissen.
    Die Maus war +/+, ist aber inzwischen verstorben.
    Unser neuer kleiner Collie hatte eine üble Bindehautentzündung, ist noch nicht getestet, die Entzündung war behandlungsbedürftig. Wir hatten beide die Liste parat. Das Mittel der ersten Wahl war aber eh nicht dabei. Aber, TÄ hats nochmal nachgesehen.
    Dasselbe wars mit unserem Sheltie. Blutabnahme mit der Bitte um Information des Ergebnisses.
    LG, Bettina Silins

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