Ziege oder was – kein Aprilscherz

Nikki ist seit 6 1/2 Jahren BARFER. Aber das klappte nicht so recht, wie Billinghurst das schrieb. Er hat noch nie etwas angerührt, das auch nur einen Hauch von Gemüse an sich hatte. Ganze Ladungen von Fleischmix mit Gemüse musste ich wegwerfen. Keine Chance. Einmal habe ich die größeren Fleischbrocken abgewaschen, damit ich sie nicht auch noch wegwerfen musste. Ich habe dann bei Billinghurst nachgefragt, ob man wirklich ohne auskommt, und er hat mich beruhigt. Also wechsle ich ziemlich ab mit dem Fleisch, und er bekommt kleinere Reste vom Tisch, mal ein Bröckchen Käsebrot oder Leberwurstbrot, was ja auch nicht gerade Gemüse ist. Obst ist auch tabu.
Aber ich habe ihn letztes Jahr beobachtet, wie er nach dem Abtauen des Schnees voller Behagen das gerade aus dem Boden kommende Scharbockskraut gefressen hat, ebenso wie die Erde des ersten Maulwurfhaufens. Heute hatte ich nun folgendes Erlebnis.
Er piepte und wollte raus, er hatte es ganz eilig. Aber vor der Tür schnüffelte er zielstrebig herum, nicht etwa so, als ob ein Marder herumgelaufen wäre, dann brüllt er nämlich los. Nein Nase auf den Boden, eher so als ob eine heiße Hündin dagewesen wäre. Jedenfalls hat er sich dann in aller Ruhe über das erste frische Gras und das Scharbockskraut (vor der Blüte) hergemacht. Auch die Brunnenkresse kommt hoch, und in der Dunkelheit konnte ich nicht viel sehen was er fraß, aber er hielt sich längere Zeit dort auf, wo unsere Walderdbeeren wachsen. Er hat in aller Ruhe eine halbe Stunde lang gegrast. Dabei zielstrebig den Standort gewechselt und ließ sich erst reinrufen lassen, als er fertig gegessen hatte. Das ist seine Vitaminversorgung! Genau wie im letzten Jahr.
Also liebe Barfer, ehe Ihr Euch einen Kopf macht, ob Ihr ja nichts vergessen habt: Raus in den Garten, jetzt kommen die neuen Brennesseln, Scharbockskraut (hoch an Vitamin C), Brunnenkresse, Löwenzahn und all die anderen Kräutlein, ab damit in den Mixer. Wobei ich denke, dass man sich auch den sparen kann, denn in der Natur mixt niemand, und dort fressen die wilden Brüder sicherlich auch das, was der Frühling auf den Tisch bringt. Und das mit dem Mageninhalt der Beutetiere ist ja auch so eine Sache. In der Tat wird der Magen erst mal ausgeschüttelt, ehe er gefressen wird. So wie meine Collies ihre Fleischbrocken abgeschüttelt haben und die Hafeflocken an den Wänden klebten und nicht an den Zähnen….
Meine Collies aßen sehr gerne Brombeeren, Fallobst usw. Das rührt Nik natürlich nicht an.

4 Kommentare

  1. Eben darum — weil ein Hund in der Natur Gemüse im Regelfall nicht als solches frisst (wobei ich meine, eine Ausnahme bei Beeren zu sehen) — finde ich es unnötig, sich Sorgen zu machen, wenn der Hund Gemüse verweigert. Sinnvoller finde ich, den Pansen/Blättermagen als festen Bestandteil des Futterplans zu integrieren. Das tun die allermeisten Barfer ja auch.

  2. Hallo, tatsächlich ist es so, dass Gemüse püriert werden sollte, weil der Hund in der Natur Gemüse im Regelfalle nicht vom Feld frißt. Grünzeug wird über den Mageninhalt und als Pferdeäpfel, Kuhfladen etc. gefressen, also anverdaut oder ganz verdaut gefressen. Größere Möhrenstücke kommen am anderen Ende unversehrt wieder heraus. Hunde kauen ja nicht, sondern zerkleinern nur. Aber wenn der Hund keine Mangelerscheinungen hat und sein Organismus auch aus den Stücken noch was rausholen kann, wenn auch nicht alles, dann ist es ja auch gut.

  3. Vorneweg muss ich gestehen, ich habe keinen Collie, die Geschichte mit dem Obst und Gemüse kenne ich aber. War genauso bei meinem Hund: Hab alles probiert, bis hin zu Gemüse nur mit dem heißgeliebten Pansen vermischt — es wurde konsequent alles verweigert, wo auch nur ein Blatt Grünes mal vorbeigeschaut hatte. Dann hat man die Wahl: entweder akzeptieren oder mit künstlichen Zusätzen anfangen (wobei ich sagen muss, Zweiteres war keine ernste Erwägung).
    Jetzt kriegt mein Monster viel Pansen plus das Bisschen an Obst und Gemüse, was er mal gern annimmt: Karotte in allen Formen solange es nicht püriert wurde, mal Banane, Mango oder Ananas, im Sommer/Herbst Brombeeren wenn man sie beim Spazierengehen selber pflückt. Mehr nicht, aber ihm gehts blendend.
    Als Vorteil empfinde ich, dass ich ihm alles am Stück geben kann — als ich noch versuchte, Gemüse in ihn reinzukriegen, habe ich die meisten Sachen gewolft gegeben, und mir war nicht so richtig wohl dabei, kam mir wieder ziemlich unnatürlich vor.
    Grüße,
    Sal

  4. Hello Eva,
    englischer Text mit deutscher Übersetzung:
    I followed a seminar of Mogens Eliasen about RAW FEEDING and he said about vegetables & fruit that some dogs love V&F, others don’t. And that we must understand this like the way pregnant women think about food. We laugh if they have special preferences about food, but in fact it is mother NATURE that let them eat those things they need the most at that moment. So it is the same in dogs, Mogens Eliasen said. Indeed Mogens Eliasen said also that we must not oblige our dog to eat Vegetables and Fruit. He said when dogs like them just give them more, they contain nearly no calories. When they don’t like them, don’t give them 🙂
    Mother NATURE knows best, when dogs need vegetables and fruit, they will eat them 🙂
    Ich besuchte ein Seminar mit Mogens Eliasen zur Rohfütterung und er sagte über Gemüse und Obst, dass es manche Hunde lieben und andere nicht. Wir müssen das so verstehen wie bei einer schwangeren Frau. Wir lachen, wenn sie spezielle Vorlieben entwickelt, aber tatsächlich lässt Mutter Natur sie die Dinge essen, die sie in dem Moment am nötigsten braucht. Das gleiche ist es mit Hunden. Er sagt auch, dass wir den Hund nicht zwingen sollen, Gemüse und Obst zu essen. Wenn sie es mögen, mehr geben, weil sie fast kalorienfrei sind. Wenn sie es nicht mögen, dann nicht geben. Mutter Natur weiß am bsten, wenn die Hunde Gemüse und Obst brauchen, essen sie es auch.
    He also said that only dogs that eat/like BARF-food should be used for breeding.
    Dogs that refuse BARF-food lost their original taste for healthy food ( through mutations in DNA ), in Nature such dogs never would survive.
    So Nikki is an example of a really healthy dog who follows his body and eats just what he needs.
    Nikki is maybe too healthy . My dogs love V&F but only in a mix with organ-meat as liver, kidney, heart… or with sardines, or with a little bit Salmon-oil. I always give this meal before the meal with Raw meaty Bones.

    Er sagt auch, dass nur Hunde, die gerne roh fressen, für die Zucht verwendet werden sollten. Hunde, die Rohfütterung ablehnen, haben ihren ursprünglichen Sinn für gesunde Nahrung verloren (aufgrund einer DNA Mutation). In der Natur würden solche Hunde nie überleben. Nikki ist also ein Beispiel für einen wirklich gesunden Hund, der seinem Körper folgt und isst was er braucht. Nikki ist vielleicht zu gar zu gesund. Meine Hunde lieben Gemüse und Obst nur gemischt mit Organen wie Leber, Niere, Herz .. oder Sardinen, oder mit etwas Lachsöl. Ich gehe diese Mahlzeit immer vor den rohen Fleischknochen.

    Kind regards,
    Anne from Flanders ( Belgium )

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