Hütenik

Im Zuge von Aufräumungsarbeiten fielen mir Fotos aus dem Jahre 2001 in die Finger, die Roswitha Schulze im Rahmen eines Hüteveranlagungstests von Nik machte. Nun sind Whippets keine Hütehunde, aber da Hüten nichts anderes als die gemeinsame Jagd mit dem Besitzer ist, bei der der Hund zuarbeitet, wollte ich sehen, ob ich meinem Hund verdeutlichen kann, was ich will und ob er mir zur Seite zu stehen bereit ist. Nik hatte bis dahin gelernt, Schafe auf Weiden zu ignorieren und es war eine vollkommen andere Situation mit mir nun in den Ring zu gehen. Man hat ja auch nur ein paar Minuten Zeit und da auch ich das erste Mal Kontakt mit Schafen hatte, musste ich durch meine volle Konzentration auf die Schafe und Nichtbeachtung von Nik klar machen, dass die Schafe nun für mich Priorität haben, weil ich – was auch sonst – sie fangen und essen wollte. Nik hat in erstaunlicher Weise kooperiert und ich finde schon, dass er eindeutiges Hüteverhalten gezeigt hat so wie ich die Hunde bei den Schäfern in England und Wales erlebt habe. Wunderbar treibt er das einzelne Schaf zur Gruppe zurück, treibt mir die Herde zu und fixiert sie für mich. Das wollten die Prüfer weniger gern sehen, aber wie ich die Arbeit an den Schafen kenne, ist eine wichtige Aufgabe das ausgewählte Stück festzuhalten – durch Blick und Präsenz – damit der Schäfer ungestört daran arbeiten kann – in den Augen des Hundes eher mit dem Messer zustechen sollte..

. Vor allem aber war Nik jederzeit gehorsam bei der Arbeit, also sofort abrufbar.

Das ist es eigentlich, was ich von einem guten Hund erwarte, dass er jederzeit mit und für seinen Menschen auf der Basis gegenseitigen Verstehens präsent ist. Nik zeichnete sich darin aus und führte immer meine Gedanken aus, etwas, das ich mir höflichkeitshalber verkniff.

Ob Sidi dazu einmal in der Lage sein wird glaube ich nicht. Er ist etwas unabhängiger von mir und eher bereit sein Ding zu machen. An die Schafe werde ich ihn nicht führen, Nik hat mein Experiment bestens durchgeführt. Aber gut, Sidi ist noch jung und man wird sehen – es ist spannend!

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