Dauerschmerz

Wieder etwas gelernt….
Heute gab es erstmals Putenhälse! Für Kedi die erste Begegnung mit einem größeren Teil und es fehlte ihm die Technik, Sidi hatte ihn ritsch ratsch aufgefressen. Nikki brauchte ich sowas gar nicht zu geben. Alles, was größer und hart war, konnte er mit seinem feinen Mündelein nicht essen, Whippet eben, dachte ich… ich musste ihm alles festhalten, damit er daran kauen konnte. Ich fand das süß, weil er nichts ohne mich machte. Fachleute schüttelten den Kopf, weil mich dieser Hund manipulierte…. ABER!


Als ich heute die beiden beobachtete war mir klar, warum Nik nicht konnte! Er hatte ein massives Halswirbelproblem. Noch relativ jung ist er in einem Draht hängen geblieben in vollem Start nach dem Kong schwer gestürzt, das Kinn war aufgeschürft, er hatte demnach ein ordentliches Schleudertrauma. Leider leider leider wussten wir da noch nichts von Tierosteopathen oder Physiotherapeuten und so wurde der Zustand chronisch. Heute vermute ich, dass er dauernd Schmerzen hatte und sich deshalb nur in ganz bestimmter Haltung legen konnte und die Annäherung von Hunden nicht duldete…

Ich schreibe das nur, um deutlich zu machen, dass bei irgendwelchen merkwürdigen Stürzen oder heftigen Hundebegegnungen einmal zu viel zum Osteopathen besser ist als zu spät! Hunde kompensieren sehr gut und klagen nicht über Dauerschmerz…

Ich bin mit Nik viel später zu einem als gut empfohlenen Physiotherapeuten gegangen, aber das war für den Hund so grausam schmerzhaft, dass er schon schrie, wenn ich in die Straße einbog… es war einfach zu spät… als ich dann hier in der Gegend einen Osteopathen fand, konnten wir etwas Linderung verschaffen…

Nach dem Sturz war ich natürlich sofort beim Tierarzt. Er wurde abgetastet, alles OK. Sein aufgeschürftes Kinn wurde behandelt und die durch den Draht rundum aufgeschnittenen Handgelenke genäht werden, zum Glück keine Sehnen verletzt. Nik hatte immer gute und schlechte Phasen. Sport war mit ihm nur sporadisch zu betreiben. Er liebte es aber bis zum Schluss mit seinem Kong zu rennen, vorzugsweise bergauf. Wir hatten eine Technik entwickelt, er rannte voraus und ich musste ihm zielgenau den Kong zuwerfen. Also suchte er sich halsbrecherische Hänge, offenbar war das Klettern für ihn kein Problem und zeigte mir genau wohin ich zu werfen hatte. Wegrennen, abstoppen und fangen das wollte er nicht. Auch Lahmheiten hie und da vergällten ihm die Bewegungsfreude. Aber wie wir das gemeistert haben, ist eine andere Geschichte…

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