Thüringen immer eine Reise wert…

 

 

So habe ich es mir immer gewünscht – Hundeausstellungen mit Sightseeing oder Freundebesuchen verbinden. Diesmal reizte uns Erfurt mit zwei Schauen an einem Wochenende. Ich finde die Veranstaltungen, auf denen sich kleinere Vereine zusammentun immer sehr nett, familiär und entspannt. Und diesmal sollte es nicht anders sein. Allerdings scheinen sie nicht grundsätzlich beliebt zu sein, denn der Landesverband Sachsen des VDH genehmigte sie nicht mehr und so nahm sie der Landesverband Thüringen auf. Die Thüringenhalle liegt leicht zu erreichen, bietet reichlich kostenloses nahes Parken und Auslaufmöglichkeiten für die Hunde sowie geräumigen Innenraum und einen Catering Service. Rundum war alles bestens organisiert, das Wohl des Ausstellers stand im Vordergrund. Kein Warten auf Papiere, und wer an beiden Tagen gemeldet hatte, konnte sofort nach dem Richten verschwinden und am anderen Morgen seine Papiere und ein Präsent abholen. Wohltuend die große Freundlichkeit der Menschen dort und der feine Humor der Sachsen.

Das Richten mit erfahrenen Allroundern ging in großen Ringen zügig vonstatten.

Allerdings verlief die Veranstaltung dann doch nicht so reibungslos.

Es begann damit, dass bei der Begrüßung am 1. Tag darauf hingewiesen wurde, dass auf Geheiß des Ordnungsamtes alle so genannten “Kampfhunde” der Bull Terrier-Rassen ausser Mini Bull Terrier, auf die Bühne abgesperrt verbannt werden mussten und sich nicht frei und nur auf kürzestem Wege vom und in den Ring bewegen durften. Offenbar genügte dies der Kontrolle des Ordnungsamtes dann doch nicht und so musste der Ring mit umgelegten Tischen an zwei Seiten abgesichert werden. Allerdings war eine Seite zum nächsten Ring offen, in dem sich unbeschwert und ohne Angst die Aussteller mit ihren Hunden bewegten.

Auf der Bühne die "Verbannten", umgelegte Tische schirmen zum Nachbarring ab

Ich fand diese Diskriminierung unangemessen, wenn, hätte man die Rassen von vorne herein nicht zulassen dürfen, aber so mit den Menschen umzugehen (den Hunden ist das Gott sei Dank egal) geht gar nicht. Zumal die Exemplare, die in der Öffentlichkeit für Unmut sorgen, ganz sicher nicht im Ausstellungsring erscheinen.

Ich erfuhr, dass seit 2 1/2 Jahren Thüringen mit die schärfsten Hundeverordnungen  in Deutschland hat, nachdem es Beißvorfälle gab, wohl aber nicht mit den gefürchteten Rassen.

 

Park mit Blick auf Goethes Gartenhaus

 

Hier traf ich denn in Weimar im Park an der Ilm einen Herrn mit kastriertem Bull Terrier Rüden, der mir versicherte, er sei vollkommen harmlos und wollte nur mal meinen Jungs guten Tag sagen. Fremde Rüden müssen sich meiner Meinung nach nicht an der Leine guten Tag sagen. Ich grüße auch nicht jeden Passanten in Weimar oder sonstwo… dieser Hund hatte keinen Maulkorb um und wurde nicht an kurzer Leine geführt, wie es das Gesetz vorschreibt. Wo halt das Ordnungsamt so hinschaut…

 

Wir haben jedoch unser Wochenende sehr genossen. Wo begegnet man schon nackten Damen auf der Straße wie unsere Jungs einer charmanten Xolohündin,

 

Begegnung mit einer haarlosen Dame

 

und der Markt von Erfurt hatte nicht nur für uns so manche Spezialität parat. Für die Jungs gab es Putenhälse und Hühnerkarkassen

 

spannend... was wandert alles in die Tüte? Und vor allem was für uns???

 

und – ich geb’ es zu, auch einen Zipfel Thüringer Rostbratwurst, die aber nicht viel mit der Wurst aus meiner Kindheit zu tun hatte, oder Rostbratwürste sind regional in Thüringen unterschiedlich.

.... Braaatwurst...!!!
Thüringer Rostbratwurst auf dem Domplatz von Erfurt

 

Weimar ist eher beschaulich, während man Erfurt wirklich erwandern und sich immer neuer schöner Eindrücke

 

Wunderschön restaurierte Häuser in Erfurt

 

erfreuen und sehr gut shoppen kann.

 

Beschauliches Weimar - Goethes Wohnhaus Seifengasse

 

Ach, so, auf Schau waren wir ja auch. Am 1. Tag mit Sehr gut 2 (es gab nur Sehr gut), erfreulich fand ich das nicht, aber als ich am anderen Tag den Bericht zu sehen bekam, wunderte ich mich nicht mehr. Das Gangwerk wurde bemängelt, sollte kräftiger und harmonischer sein… ja, sie hatte uns richtig viel laufen lassen, bis mir schwindelig wurde… und sie hat es gesehen.

 

Es reicht nur noch zu kurzen Schritten
aber frei stehen kann er gut

 

Die Woche vorher war Kedira noch beim Chiropraktiker und wurde am Kreuzbein behandelt, das ausgerenkt war, laienhaft ausgedrückt.

 

Der Chiropraktiker am Werk

 

Am 2. Tag reichte es dann bei sehr viel weniger Laufen wieder zum V2.

Ende gut alles gut

1 Kommentar

  1. Liebe Frau Krämer,
    vielen Dank für einen Bericht aus meiner alten Heimat. Bratwürste schmecken am besten vom Metzger und dem eigenen Holzkohlengrill. Regional unterschiedlich sind sie tatsächlich. Wer mit den Weimarern aufgewachsen ist, mag schon die aus Apolda nicht mehr so gern.
    Mit ihrem Beitrag haben sie mich motiviert einen eigenen Blogeintrag zu meiner Heimat zu schreiben. Fotos mit Collies in dieser Stadt habe ich über die Jahre genug angesammelt 😉
    Liebe Grüße
    Sylvia Mallée und die Liaison-Collies

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