Kedira Superstar

Gestern war ein denkwürdiger Tag. Kedira absolvierte seinen ersten Wettkampf – beim Coursing in Gesves, Belgien. Wie immer machten sich meine Haus- und Hoffotografin Hildegard Beilfuss und ich ein schönes Wochenende aus der Tour. Freitag fuhren wir bei schönstem frühherbstlichem Wetter über das Hohe Venn durch die Ardennen nach dem südlich von Namur gelegenen Gesves.

Dort veranstaltete der Belgische Coursing Club ein Internationales Coursing, vergleichbar einer CACIB-Schau. Ein toller Event auf grünem Rasen, der sicherlich einiger Organisation bedarf. Vielen Dank allen Beteiligten! Man braucht ein riesiges Gelände, um den ca. 600 bis 800 m langen Parcours abzustecken. Das muss hundesicher sein, also keine Löcher oder andere Verletzungsrisiken bergen. Im Boden steckende Rollen, gekennzeichet mit orangefarbenen Hütchen,  leiten den künstlichen Hasen an einer Schnur um diese Rollen in für die Hunde unberechenbaren Kurs mit Kurven und Wendungen. Ein Künstler der “Hasenzieher”, denn er muss den Abstand so halten, dass die Hunde die Beute weder kriegen noch aus den Augen verlieren, also individuell auf die Geschwindigkeit der Hunde abstimmen. Zwei Richter beurteilen mit Punktevergabe das Verhalten der Hunde, auf Schnelligkeit alleine kommt es hier nicht an.

Ein großes Zelt diente als Witterungsschutz, der Gott sei Dank nicht nötig war, und für das leibliche Wohl wurde bestens gesorgt. Auch diesmal die Aufnahme in Belgien sehr freundlich und zuvorkommend. Man fühlte sich sofort wohl und ein wenig wie beim Turmbau zu Babel – es wurde Flämisch, Französisch, Englisch, Deutsch gesprochen – und es klappte alles hervorragend… Man hatte uns vom Verein ein Hotel in Namur, direkt an der Meuse gelegen, empfohlen, das wirklich gut war, mit nur wenigen Minuten zu einem netten Restaurant mit Terrasse am Fluß, wo wir uns das herrliche belgische Bier schmecken ließen. Am Abend kam noch eine neue Folge von Barnaby im Original im Fernsehen, alles perfekt…

Allerdings verhieß die Wettervorhersage “diep fallende Mist” oder so ähnlich… und so war es dann auch. Morgens 8 Uhr war Antreten für den Veterinär, der jeden Hund gründlich untersuchte. An Starten war nicht zu denken, denn auf dem weiten Gelände reichte einfach nicht die Sicht für den Hasenzieher oder die Richter. Winnie und Sidi waren als Testläufer gemeldet, sie haben noch keine Rennlizenz, und nachdem Winnie mehr oder wenige blind geführt wurde, musste sich der ebenfalls tarnfarbene Sidi ein Renndeckchen überstülpen lassen. Beide machten ihre Sache hervorragend, beide waren noch nie einen Coursingkurs gelaufen.

Gestartet wird immer paarweise. Kedira hatte einen franz. Champion an seiner Seite und als ich nur mit den Schultern zuckte sagte sein Frauchen tröstend, er sei ja schon alt mit sieben Jahren… ein erfahrener Hase sozusagen und ich hoffte nur, dass er nicht so schnell wäre, dass Kedi die Lust verlöre und umkehrte. Aber nichts dergleichen, nach dem ersten Stutzen, dass der Hase vor seiner Nase einen Haken schlug, zog er das Rennen wunderbar durch und überließ höflich dem Veteranen am Ziel den Vortritt.

Hildegard versuchte sich im Fotografieren, das eigentlich erst so richtig klappen wollte, als endlich die Sonne durchkam. Egal, schöne Erinnerungen sind es alle Male.

Nach der Mittagspause mit Barbecue folgte der 2. Lauf, mit neuem Partner, entsprechend der Wertung aus dem 1. Lauf zugeordnet. Genau weiß ich das nicht. Sidi und Winnie versuchten sich nun gemeinsam im Testlauf und schlugen sich wacker. Mit einem Seitenblick machte Sidi dem Jungspund klar, wer hier die Beute kriegt und segelte mit den Bändern glücklich davon…

Kedira startete zügig und ich hoffte nur, dass er durchlief. Doch zu meinem großen Erstaunen hatte er schnell raus, wie der Hase läuft, die beiden überholten einander, je nachdem wie der Haken ausfiel und schließlich überholte Kedira im Zieleinlauf den Partner und war als erster am Hasen. Anders als Sidi widmete er ihm wenig Aufmerksamkeit, sondern prüfte mit dem mir wohlbekannten Blick aus den Augenwinkeln, ob er das denn wirklich darf…

Gegen 18 Uhr waren alle Läufe durch, die Auswertungen gemacht und es ging zur Siegerehrung. Spannend, denn der schlechteste Hund wird zuerst aufgerufen. Französisch natürlich und da kann ich bestenfalls die Speisekarte lesen und Zahlen schon mal gar nicht… aber meine Startnummer hatte ich auswendig gelernt, und los ging es… Platz 16, Platz 15… Hoffnung – ab Platz 7 gibt es wertvolle Punkte. Platz 6, Platz 5, Platz 4 – PLATZ 3!!! Ich konnte es gar nicht fassen – und man gratulierte herzlich zu dem schönen Erfolg beim allerersten Versuch! Die Jungs und ich waren happy. Es war ein wunderschöner Tag, und wir kommen sicher gerne wieder!

Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke aus der schönen Wallonie, zu allerletzt ein romatischer Blick auf unser neues Ferienhäuschen…

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen