Eine Züchterfamilie unweit meines Wohnortes erlaubte mir vor vielen Jahren ein wunderbares Fotoshooting und informierte offen über die Eigenschaften dieser beeindruckenden Hunde – damals noch Akita Inu. Dieser große, selbstbewusste Jagdhund Japans sollte mit Bedacht angeschafft werden, und nur wer seine Eigenschaften zu schätzen weiß, wird Freude an ihm haben. Wie man an den Fotos sieht benahmen sich die Hunde vorbildlich und machten alles mit Aufmerksamkeit und Freude mit. So schmücken die Bilder viele meiner Bücher und Publikationen. Das Licht war fantastisch, der Himmel war schwarz und wir befanden uns gerade noch in einem Sonnenfleck…

Der Akita an der Pulka lief auf einem der ersten Schlittenhunderennen seine Runden auf dem tief verschneiten, sonnigen Nürburgring.

2024 sah ich dann erstmals einen langhaarigen Akita – ich hatte keine Ahnung, dass es sowas gab. Und tatsächlich erklärte mir eine Genetikerin, die selbst Akitas züchtet, dass der Genpool immer enger wird und daher die rezessive Veranlagung für Langhaar immer häufiger zu Tage tritt.

Schon findet man die „Rasse Langhaar Akita“ im Internet… ja es wird deklariert, dass man sie brauche, damit der stockhaarige Akita seine Fellstruktur behält, was mich nicht überzeugt. Tatsache ist, dass viele Stockhaarrassen (Deckhaar mit Unterwolle) in Langhaar vorkommen. Ich hatte leider keinen Fotoappart dabei, als mir ein langhaariger Rottweiler – kein Mix – begegnete. Bei vielen Rassen ist die langhaarige Variante anerkannt, z.B. Bernhardiner, Weimaraner, Belgische, Holländische, Deutsche Schäferhunde, Collie, viele Herdenschutzhunde, manchmal sogar als eigene Rasse.
Der Standard schließt Langhaar aus und so werden In Deutschland im VDH langhaarige Akitas nicht zur Zucht zugelassen, allerdings sind sie sehr leicht zu vermehren: Sind beide Eltern Langhaar, fallen nur langhaarige Welpen. Kann man nur hoffen, dass die knuffigen Welpen den „Langhaar Akita“ nicht zum Hype werden lassen…
Übrigens wurde die 4. Auflage meines KOSMOS Hundeführers ins Japanische übersetzt und der Akitarüde vom Japanischen Kennel Club als würdig erwiesen die Rasse im Mutterland darzustellen. Es wäre ein Leichtes gewesen, Fotos auszutauschen

