Es lässt sich nicht mehr aufhalten… weitsichtige Rassehundezuchtverbände bemühen sich um die genetische Vielfalt ihrer Rassen, um sie gesund zu erhalten. Immer mehr öffnen sich dem Gedanken „Mischlinge“ in die Welt zu setzen und damit Leben zu müssen, dass die 1. Generation „anders aussieht“ und nicht dem Ideal des Rassestandards entspricht. Allein der Gedanke lässt die alten Holzköpfe der Rassehundezucht erschaudern. Hätten sich diese Menschen jedoch einmal mit ihrer Rasse befasst, dann wüssten sie, dass fast alle Rassen aus mehreren verschiedenen lokalen Schlägen/Rassen entstanden sind mit dem einzigen Zuchtziel Leistungsfähigkeit und Gesundheit und nicht das Aussehen. Nur wenn erstes stimmte, leistete man sich persönliche Vorlieben zum Äusseren, woraus wir die modernen Rassen schufen. Es ist erstaunlich, dass sich gerade diejenigen Züchter, von deren Rassen tatsächlich noch Ausgangsschläge/Rassen vorhanden sind – Bearded Collie, Collie, Silken Windsprite, Kromfohrländer um nur ein paar zu nennen, am heftigsten gegen Rückkreuzungen sträuben, obwohl ihre Rassen nachweislich einen hohen Inzuchtgrad und geringe genetische Vielfalt aufweisen. Hier kämpfen oft weitsichtige Züchter alleine auf weiter Flur, wo eigentlich eine breit angelegte, wissenschaftlich fundierte und begleitete Zuchtstrategie verfolgt werden sollte, um nach wenigen Generationen mit breiterer genetischer Aufstellung und wo nötig verbesserter Lebensqualität zum Rassetyp zurückzukehren.

Der 1. Wurf der Drentsche Patrijs stammt von einer Verpaarung mit zwei Deutsch Langhaar-Rüden. Es wurden 7 Hündinnen und 2 Rüden geboren – ein wunderbarer Start!

Aber es wäre ein Wunder, fände diese Maßnahme breite Zustimmung. Hierzu schreibt Dogzine vom 15.3.26: „Leider wurde beim Raad van Beheer ein Verfahrensfehler gemacht, und der zweite Rasseclub nutzte dies, um die Aussetzung der Genehmigung zu beantragen. Der Rat entschied jedoch trotzdem, diesen Wurf zu registrieren und ein temporäres Zuchtverbot für die Welpen zu verhängen, bis der Fehler behoben werden kann. Die Deadline dafür wurde auf den 1. Juli 2026 gesetzt. Ab diesem Datum wird der eingereichte Aktionsplan in jedem Fall in Gang gesetzt. In der Praxis bedeutet das tatsächlich, dass der erste Wurf weiterhin im sogenannten „Appendix Studbook“ des Dutch Kennel Club registriert wird.“ Dazu fehlen mir die Worte…

Ja, unsere Rassen werden sich verändern, aber wir haben sie bereits in den letzten 150 Jahren bis hin zum Verlust ihrer Lebensqualität verändert. Es ist längst überfällig, sich wieder auf den Ursprung zu besinnen. Wünschen wir den Drentsche Patrijs gutes Gelingen.
FCI-Rassestandard des Drent’schen Hühnerhundes
Die Fotos stammen aus dem Archiv INFOHUND und zeigen nicht die zur Zucht eingesetzten Hunde.
c) Eva-Maria Krämer