Schon seit einigen Jahren bemüht sich der Hundezuchtverband von Kazachstan um die internationale Anerkennung ihrer eigenen Windhunderasse. 2024 erfolgte die provisorische FCI-Anerkennung und Kazakh Tazys können an allen internationalen Veranstaltungen der FCI teilnehmen. So nutzte der Verband die Gelegenheit, die Tazys in Bologna auf der Welthundeausstellung einem internationalen Publikum vorzustellen. Dazu hatten sie ein traditionelles Zelt mit kompletter Einrichtung aufgebaut, so dass man die Hunde an allen Tagen bewundern konnte und vom Verband beraten wurde.

Ein ursprünglicher „Saluki“
Der Tazy gehört zu der großen Gruppe der östlichen Windhunde. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Mittleren Osten bis nach China. In diesem riesigen Gebiet sind lokale Typen Umwelt und Jagdwild angepasst. Sie werden allgemein als Tazy bezeichnet. Darstellungen dieses Hundetyps findet man schon aus der Bronzezeit. Das, was wir als Saluki bezeichnen, vereint im Grunde die unterschiedlichsten Lokalschläge, die die Briten aus diesen Regionen nach England mitnahmen und zu der eleganten Schauschönheit formten, die wir heute auf den Ausstellungen sehen.

Stolz auf die nationalen Schläge
In letzter Zeit entwickeln die einzelnen Länder mehr Interesse an ihren Hunden. Die Hunde wurden zwar seit Jahrtausenden als Jagdgebrauchshunde gezüchtet, aber ein Bewusstsein von „Rasse“ wie wir es verstehen mit organisiertem Zucht-und Ausstellungswesen gab es nicht. Das hat den großen Vorteil, dass die Hunde nach altherkömmlicher Art gezüchtet wurden, wo es nur auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit ankam. Aber es birgt auch die Gefahr, dass Lokalschläge im Wandel der Zeit in Vergessenheit geraten und verschwinden. Hier hilft eine Anerkennung als Rasse in der Hoffnung, dass die ursprünglichen Werte nicht, wie bei den meisten Rassen, im Wettbewerb um Schönheit untergehen. Ein zweischneidiges Schwert, das großen Fingerspitzengefühls der Zuchtverbände bedarf.

Derber Jagdgebrauchshund
Den Kazakh Tazy gibt es als Steppen-und Bergtyp, dem jeweiligen Lebensraum und Jagdwild in Körperbau und Haarkleid abgepasst. Sie jagen einzeln, in Paaren, aber auch mit anderen Jagdhunden gemeinsam. Gerne werden sie bei der Beizjagd (mit großen Greifvögeln) zu Pferde eingesetzt. Sie jagen Hasen, Rehe, Antilopen und Schakale, die schneller als Wölfe sind. Sie zeichnen sich durch große Ausdauer auf langen Strecken in schwierigstem Gelände aus. Sie eignen sich hervorragend zu Distanzrennen. In jüngster Zeit laufen sie auch im Coursing.
Im Haus ruhig
Im Haus sind sie ruhig, angenehm, etwas distanziert, robust und pflegeleicht. Doch sind sie mit ihrem enorm ausgeprägten Jagdtrieb – die Jagd stets im Blick – kaum zu halten. Aber sie gewinnen in ihrer Heimat auch als Familienbegleiter und Ausstellungshunde an Popularität.
Betreut wird die Rasse von dem Jagdverein.
Als nationale Rasse ist der Kazakh Tazy in Deutschland noch nicht anerkannt.
Hier mein Bericht von 2024 nach meinem Besuch in Polen, wo ich diesen wunderschönen Hund kennenlernen durfte.
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